Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis nach Studiengang:
Magister Theologie | Bachelor Kirchliche Praxis | Philosophisches Orientierungsjahr | Master Sozialethik im Gesundheitswesen | Postgraduale Studiengänge | Studiengangübergreifende Veranstaltungen
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (Master Sozialethik im Gesundheitswesen: Wintersemester 2026)
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Verletzbar – verletzlich – verletzt. Vulnerabilität und Vulneranz als hermeneutische Zugänge der Moraltheologie
Koller
2 st. - 4 LP (M15 M23) / 3 LP (S1a S1b)
Termine:
Do 22.10.2026, 14.30 – 16.05
Do 19.11.2026, 14.30 – 17.45
Do 03.12.2026, 14.30 – 17.45
Do 10.12.2026, 14.30 – 17.45
Do 14.01.2027, 14.30 – 17.45
Do 21.01.2027, 14.30 – 17.45
Do 28.01.2027, 14.30 – 17.45
Do 04.02.2027, 14.30 – 16.05
Do 11.02.2027, 14.30 – 16.05
Menschen sind in vielfacher Hinsicht verletzlich und verletzbar: körperlich, psychisch, seelisch, sozial. Vulnerabilität gehört zu den Grundkonstanten menschlicher Existenz bzw. Geschöpflichkeit und meint die grundlegende Angewiesenheit und Verwundbarkeit, die nicht nur Gefährdungen des Lebens bedeuten, sondern auch für Verantwortung, Solidarität und Beziehungsfähigkeit öffnen können. So hat sich seit Jahren Vulnerabilität zu einem zentralen Begriff verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen entwickelt. Auch die Theologische Ethik argumentiert mit diesem Konzept, beispielsweise bei ethischen Fragen der Care- und Medizinethik, zu Behinderung und Teilhabe, Krieg und Flucht, geschlechtsbezogener, struktureller und digitaler Gewalt oder den Auswirkungen der Klimakrise. Dabei ist auch die Vulneranz zu betrachten, d.h. die Fähigkeit und Erfahrung des Verletzens, womit die Fragen nach den sozialen Bedingungen, Machtverhältnissen und Gewaltformen in den Blick kommen.
Im Hauptseminar wird ausgelotet, inwieweit mit den Konzepten der Vulnerabilität, Vulneranz und Verletzung ethische und theologisch-ethische Problemstellungen neu erschlossen werden können. Was leistet „Vulnerabilität“ als ein hermeneutischer Schlüssel für Fragen der Theologischen Ethik? Vor dem Hintergrund, Menschen als grundlegend verwundbare Subjekte zu verstehen, werden anthropologische und theologisch-existenzielle Fragen bzw. Inhalte ebenso erarbeitet wie ethische Deutungen und Konsequenzen. Damit werden Hauptstränge einer Vulnerabilitätsethik entwickelt.
Literatur
- Aktas, Ulas (Hg.), Vulnerabilität. Pädagogisch-ästhetische Beiträge zu Korporalität, Sozialität und Politik, Bielefeld 2020.
- Bubmann, Peter / Roser, Traugott (Hg.), (Un-)Endlich leben. Theologie im Dialog mit Philosophie, Pädagogik und Therapeutik, Berlin / Heidelberg 2025.
- Coors, Michael (Hg.), Moralische Dimensionen der Verletzlichkeit des Menschen. Interdisziplinäre Perspektiven auf einen anthropologischen Grundbegriff und seine Relevanz für die Medizinethik, Berlin/Boston 2022.
- Keul, Hildegund (Hg.), UnSichtbar. Interdisziplinäre Stimmen zu Vulnerabilität, Vulneranz und Menschenrechten, Würzburg 2023.
- Keul, Hildegund, Vulnerabilität, Vulneranz, Resilienz. Paradoxe Machwirkungen, Baden-Baden 2025.
- Keul, Hildegund / Müller, Thomas (Hg.), Verwundbar. Theologische und humanwissenschaftliche Perspektiven zur menschlichen Vulnerabilität, Würzburg 2020.
- Maio, Giovanni, Ethik der Verletzlichkeit. Freiburg i. Br. 2024.
- Noji, Eryk / Steiner, Uwe C. (Hg.), Fragilität zwischen Ästhetik und Gefährdung, Wiesbaden 2026.
- Peisker, Ulrike (Hg.), Vom Umgang mit emotionaler Verletzlichkeit und Verletzungen, Baden-Baden 2025.
- Schmitz, Daniela u.a. (Hg.), Klima und Vulnerabilität, Berlin / Heidelberg 2026.
- Staudacher, Diana, Wounded Humanity – Verletzliches Menschsein. Eine Anthropologie der helfenden Berufe, Bern 2026.
Weitere Literaturhinweise zu den konkreten Seminarthemen erhalten die Teilnehmer:innen zu Semesterbeginn.
Leistungsnachweis
a) Mag.theol. (M15 / M23; 4 LP): Kleine thematische Vorbereitung bei ca. 5 Einheiten (kurze Basislektüre, Kurzvideo o. Ä.), aktive Teilnahme, Übernahme eines Referats (15-20 Minuten), Verfassen einer wissenschaftlichen Seminararbeit (ca. 30.000 Zeichen; benotet).
b) MA Sozialethik im Gesundheitswesen (Modul 1a / Modul 1b; 3 LP): Aktive Teilnahme, Übernahme eines Referats (ca. 15 Minuten), Modulabschlussprüfung in Form einer Hausarbeit (ca. 27.000 Zeichen / 15 Seiten; benotet).
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Modul 3: Einführung in die islamische Theologie
Specker / Eschraghi
2 st. - 3 LP
Termine:
23.10.2026, 13.11.2026, 27.11.2026, 15.01.2027, 22.01.2027
Sa 23.01.2027, 09.30 – 17.00 (Exkursion)
Die Vorlesung bildet den dritten Teil des viersemestrigen Zyklus, der als ganzer – zusammen mit den anderen Voraussetzungen, vor allem dem Tutorium – auch zum Erwerb des Zertifikats „Islam und Christlich-muslimische Begegnung“ berechtigt. Studierende können jedes Semester in das viersemestrige Programm einsteigen. Die Vorlesung kann jedoch auch als einzelne belegt werden. Gasthörer sind willkommen. Die Vorlesung wird zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte des islamisch-theologischen Denkens geben. Dabei wird der Entwicklungsprozess dargestellt, der von einer – auch heute noch bestehenden - komplexen Vielfalt von Denkströmungen und –schulen im Verlauf einiger Jahrhunderte hin zur Herausbildung einer bzw. mehrerer konkurrierender “Orthodoxien” geführt hat. Ferner werden die zentralen Textgattungen vorgestellt, die die theologische Auseinandersetzung geprägt haben. Anschließend werden Themen erörtert, die zentrale Momente des systematisch-theologischen Diskurses erschließen. In den Blick kommen z.B. die Frage nach der Willensfreiheit, der Sünde, der Werkgerechtigkeit und dem Gottesverständnis. Leitend ist die These, dass die islamische Theologie als Reaktion auf soziale und politische Konflikte des Frühislam entstanden ist. Abschließend sollen einige Aspekte der islamischen Sicht auf das Christentum thematisiert werden. In den Blick kommen die koranischen Voraussetzungen und einige Akzentsetzungen in der Geschichte der christlich-islamischen Beziehungen.
Literatur
Lutz Berger, Islamische Theologie, Wien 2010; Tilman Nagel, Geschichte der islamischen Theologie. Von Mohammed bis zur Gegenwart, München 1994; Johann Christoph Bürgel, Allmacht und Mächtigkeit. Religion und Welt im Islam, München 1991; William Montgomery Watt, A Short History of Islam, Oxford 1996 (Reprint); Inam, Ahmet Der Islam: Eine Binnenperspektive. Die Glaubensgrundlagen. Köln 2020.
Leistungsnachweis
Regelmäßiger Besuch der Veranstaltung, nicht mehr als 1 Fehlzeit.
Als einzelne Veranstaltung: Mündliche Prüfung von 15 Minuten. Als Teil des Zertifikatprogramms: Abschlussarbeit am Ende aller 4 Vorlesungen.



