DFG-Projekt:
Forschungsdatenbank zu Rezeption und Nicht-Rezeption der Ekklesiologie des II. Vatikanischen Konzils in den Dokumenten der Codexrevision (1965–1983)
Das Forschungsprojekt geht der Frage der Rezeption und Nicht-Rezeption der Ekklesiologie des II. Vatikanischen Konzils in der Zeit der Codexrevision von 1965 bis zur Promulgation des Codex Iuris Canonici 1983 (= CIC/1983) nach. Hierzu wird eine öffentliche Forschungsdatenbank erstellt, die Forschenden weltweit die Dokumente der Codexrevision digital und entsprechend der Fragestellung aufbereitet zugänglich macht. Die aufgebaute Datenbank ist zudem im Rahmen weiterer Forschungsprojekte kontinuierlich um inhaltliche Auswertungen zu kanonistischen und weiteren theologischen Fragestellungen erweiterbar.
Das II. Vatikanische Konzil bildet, wie der Gesetzgeber in der Promulgationsbulle "Sacrae Disciplinae Leges" vom 25. Januar 1983 deutlich macht, den hermeneutischen Schlüssel für das Verständnis des kirchlichen Rechts und die Interpretation des CIC/1983. Die Untersuchung der Rezeption und Nicht-Rezeption der konziliaren Ekklesiologie in der Zeit der Erarbeitung des CIC/1983 hat daher besondere Relevanz für die Bereiche der theologischen Begründung des Kirchenrechts, der neuesten kirchlichen Rechtsgeschichte und der Interpretation des geltenden kirchlichen Rechts und bildet die Grundlage für daran anschließende Forschung in diesen Gebieten.
Forschungsgegenstand und zentrales Quellenmaterial des Projekts sind die Codexrevisionsakten der "Pontificia Commissio Codici Iuris Canonici Recognoscendo", die ab Band 1 (1969) in der Zeitschrift "Communicationes" in gedruckter Form veröffentlicht sind. Die Akten umfassen aktuell ca. 6000 Seiten Text größtenteils in lateinischer Sprache. Hinzu kommen die Codexrevisionsakten zur "Lex Ecclesiae Fundamentalis", die vom Dikasterium für die Gesetzestexte zum Ende des Jahres 2025 herausgegeben worden sind. Ausgehend von den Konzilsdokumenten und der dort entfalteten Ekklesiologie, die sich in verschiedenen Bildbegriffen, Wendungen und Konzepten ausdrückt, werden die Codexrevisionsakten chronologisch und systematisch auf die Rezeption bzw. Nicht-Rezeption dieser ekklesiologischen Linien hin untersucht.
Die Quellenverarbeitung und -analyse der Codexrevisionsakten zu dieser Fragestellung, die im Rahmen des Projekts geleistet werden, werden Forschenden mittels einer öffentlichen Forschungsdatenbank zugänglich gemacht. Dort sind die Dokumente der Codexrevision in digitaler Form verfügbar, vollständig durchsuchbar und mittels verschiedener Suchparameter zu Konzilsdokumenten, konkreten Konzilsstellen, ekklesiologischen Begriffen und Diskussionen aufbereitet. Damit ist es erstmals möglich, die Codexrevisionsakten hinsichtlich der Rezeptionslinien und Nicht-Rezeption der konziliaren Ekklesiologie über den gesamten Zeitraum der Revisionsarbeit über alle Rechtsgebiete und Arbeitsgruppen hinweg zu untersuchen.
Die entstehende Forschungsdatenbank ist somit ein grundlegendes Arbeitsinstrument für WissenschaftlerInnen insbesondere im Bereich der Kanonistik.
Leitung:



