Am 17.11.25 fand eine Tagung zum philosophischen Werk von Caspar Nink SJ statt (geb. 31.01.1885 – gest. 17.11.1975), der zur ersten Generation der Professoren der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen gehörte. Nach seiner philosophischen Promotion bei Edmund Husserl in Freiburg/Br. lehrte er die Fächer Logik und Erkenntnislehre, Allgemeine Metaphysik und Philosophische Gotteslehre. Bis ins hohe Alter hinein arbeitete er an einer Fundamentalontologie, in deren Mittelpunkt die Frage nach den inneren konstitutiven Gründen des konkret Seienden stand. Anders als der zu seiner Zeit verbreitete transzendentale Neuthomismus war er in seinem Denken stark von Johannes Duns Scotus beeinflusst (Lehre von der Formaldistinktion, ontologische Priorität der Wesenheit vor dem Dasein, haecceitas als ein inneres konstitutives Prinzip).
Nach dem einführenden Vortrag von Prof. Dr. Stephan Herzberg, der anhand einer werkgeschichtlichen Analyse die wesentlichen Annahmen von Ninks Ontologie herausarbeitete, ging Prof. Dr. Günther Mensching, der unter Theodor W. Adorno und Max Horkheimer promoviert wurde, auf die Beziehungen von Ninks Ontologie zur verborgenen Metaphysik der Kritischen Theorie ein, für die der Höchster Philosoph Karl Heinz Haag eine bedeutende Rolle spielte. Prof. Dr. Axel Schmidt widmete sich in seinem Vortrag der philosophischen Gotteslehre Ninks, deren skotistische Elemente (Bedeutung und Rolle des Kontingenzbegriffs, Begriff des unendlich Seienden) er herausarbeitete und deren Differenz zu einer (neu)thomistischen Position er herausstellte. Prof. Dr. Theo Kobusch zeigte, dass der „eidetische Realismus“ des Scotus (das Sein wird primär vom Wassein aus gedacht), auf den sich Nink stützt, nicht alternativlos war, dass es vielmehr jenseits einer "Vorgegebenheits-Philosophie" eine Tradition gab, die mit einer Mitwirkung des Intellekts in der Konstituierung des Seienden rechnete. Zum Abschluss zeigte Prof. Dr. Wouter Goris ausgehend von Husserl die Tiefe und Differenziertheit mittelalterlicher Philosophie anhand ihres Nachdenkens über Gegenständlichkeit auf.
Aktuelles vom Institut für Philosophie
Philosophische Tagung: "Von den inneren Gründen des Seienden. Caspar Ninks Ontologie und Gotteslehre in der Diskussion"
Die kurze, aber sehr intensive Tagung bahnte nicht nur einen Zugang zum Werk eines bedeutenden Jesuiten-Philosophen und seinem vielschichtigen intellektuellen Umfeld, sondern zeigte auch Möglichkeiten auf, wie Grundfragen der Philosophie durch Rückgang auf die scholastischen Denkschulen und über diese hinaus neu durchdacht werden können.
Die kurze, aber sehr intensive Tagung bahnte nicht nur einen Zugang zum Werk eines bedeutenden Jesuiten-Philosophen und seinem vielschichtigen intellektuellen Umfeld, sondern zeigte auch Möglichkeiten auf, wie Grundfragen der Philosophie durch Rückgang auf die scholastischen Denkschulen und über diese hinaus neu durchdacht werden können.
God Seeker
Die Ergebnisse von sechs Jahren intensiver Forschung im Rahmen des von der Templeton-Foudnation finanzierten interdisziplinären Projekts zur Analytischen Theologie, sind als App God Seeker – Was die Welt im Innersten zusammenhält und als Animationsfilm Sternenstaub und Seelenvogel einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Aus unserem Institut war Prof. Dr. Dr. Oliver Wiertz an dem Projekt beteiligt.
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