„Masel Tov Cocktail. Ein humorvoller Blick auf junges jüdisches Leben in Deutschland heute“. Mit diesem Thema startete am vergangenen Mittwoch (10.11.2021) die erste Veranstaltung der Ringvorlesungen. Die Vorlesungsreihe befasst sich in diesem Semester mit der Thematik „Judentum und Christentum – ein Wechselspiel von Licht und Schatten“ und schließt sich an das Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ an.
Moderiert wurde der Abend von Dr. Juliane Eckstein und Pater Philipp König OP; Arkadij Khaet (Regisseur) und Merle Kirchhoff (Drehbuchautorin) waren unsere Gäste.
Im Zentrum stand der Film „Masel Tov Cocktail“, der das Leben eines in Deutschland lebenden Juden skizziert. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Dimitrij Liebermann, genannt Dima. Als Jude russischer Abstammung erlebt der 16-jährige Gymnasiast antisemitische Provokationen durch einen Mitschüler, auf die er mit Gewalt reagiert. Die daraus resultierenden Konsequenzen bestimmen die Handlung. Im Verlauf offenbaren sich konträre Haltungen zum Judentum, Zionismus, Antisemitismus und Philosemitismus bei den verschiedenen Personen, denen Dima begegnet.
Der Film bot die Grundlage, um mit Regisseur Arkadij Khaet und der Drehbuchautorin Merle Kirchhoff diese Thematik eingehender zu diskutieren. Als Film gegen Antisemitismus möchte die Arbeit nicht verstanden werden. Vielmehr ginge es darum, die Perspektive eines Juden in Deutschland zu zeigen und sich mit dem jüdischen Leben heute auseinandersetzen. Dazu brauche es mehr Sensibilität. So reiche es nicht, nur den Antisemitismus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Entscheidend sei es zu sehen, dass Antisemitismus auch noch in der Gegenwart eine zentrale Rolle spielt. Zum Abschluss der Veranstaltung bekamen die über 70 TeilnehmerInnen, sowohl vor Ort als auch die online zugeschalteten, die Möglichkeit, Fragen zu stellen und so in einen Diskurs mit den ReferentInnen zu treten.
Vorschau:
Die zweite Ringvorlesung findet am Mittwoch, 24.11.2021, von 18:30 bis 20:00 Uhr statt zum Thema: „Antisemitismus im Bildungswesen – Bildung als Lösung oder Teil des Problems?“. Im Gespräch sind Dr. Katharina Rhein und JProf. Dr. Wolfgang Beck. Weitere Informationen finden Sie hier. Die Anmeldung ist unter rektorat(at)sankt-georgen.de möglich.



