Ökumenisches Oberseminar Oberursel – Sankt Georgen

Im Sommersemester 2024 fand wieder ein ökumenisches Oberseminar statt: an je zwei Tagen in Oberursel an der Lutherischen Theologischen Hochschule und in Frankfurt an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen. Die zehn Studierenden analysierten das Dekret zur Rechtfertigungslehre des Konzils von Trient (1547) und entsprechende Textpassagen aus der Konkordienformel (1577). Davon ausgehend ging der Blick zurück in die Quaestionen zur Lehre von Gnade und Rechtfertigung in Thomas von Aquins „Summa theologiae“ – und in die Gegenwart zur „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ (1999). Dabei wurde im ökumenischen Gespräch auch erörtert, wie Christinnen und Christen heute über dieses zentrale Thema des gemeinsamen Glaubens sprechen können – im Kontext der Katholischen Kirche sowie der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

Dieses Seminarformat wurde von den Teilnehmenden als ausgesprochen bereichernd erlebt. Es ließ erfahren, was es bedeutet, konfessionsübergreifend Fragen zu stellen und langsam zu verstehen, wie Theologen anderer Traditionen denken und glauben. Das Seminar wurde gestaltet von Professoren verschiedener Disziplinen: von Christoph Barnbrock (Praktische Theologie) und Christian Neddens (Systematische Theologie) aus Oberursel; von Stephan Herzberg (Philosophie) und Bernhard Knorn SJ (Dogmatik) aus Frankfurt. Das ökumenische Oberseminar fand in dieser Konstellation bereits zum zweiten Mal statt: Im Sommersemester 2023 las die Gruppe gemeinsam Dietrich Bonhoeffers „Ethik“. Eine Fortsetzung ist in Planung.

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