„Peter Lückemeier“, seine große geschwungene Unterschrift hat er unter unzählige Briefe für den Freundeskreis Sankt Georgen gesetzt. Viele, viele davon hatte er selber geschrieben, handschriftlich oder auch am PC: persönliche Briefe, mit Einfühlungsvermögen und vor allem mit Sympathie, denn die hatte er: Sympathie für Menschen. Deshalb konnte er ihnen zuhören und ihnen mit seinen Fragen helfen, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern es –manchmal sogar auch erst selbst – zu entdecken und Freude daran zu finden. Weil er selber Interesse an ihnen hatte, konnte er Menschen mit ihren oft wundersamen, staunenswerten und seltsamen Eigenarten herauslocken und interessant machen. Das war es auch, was er für die Hochschule Sankt Georgen wollte, sie aus ihren Mauern heraus noch mehr in die Stadt und in die Gesellschaft zu tragen.
Am 31. Oktober 1950 ist Peter Lückemeier in Gelsenkirchen geboren. Bereits mit 15 wusste er, dass er Journalist werden wollte. In Münster, Madison, Wisconsin, und Berlin studierte er Politikwissenschaft. Nach ersten journalistischen Engagements beim RIAS und der Berliner Tageszeitung „Der Abend“ war er seit 1980 über 35 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung 2016 bei der FAZ. In den 80er Jahren ist Peter Lückemeier auch dem Freundeskreis Sankt Georgen beigetreten. Von Juli 2014 bis Anfang 2023 ist er dessen Vorsitzender gewesen.
An dem großen Sankt Georgener Sozialethiker Oswald von Nell-Breuning hatte Peter Lückemeier einst bewundert, dass er sich die letzten Lebensjahre nach seinem 98. Geburtstag auf eine gottselige Sterbestunde vorbereiten wollte. „Welche Frömmigkeit steckt in diesen Worten!“, so schrieb Peter Lückemeier in der FAZ. Er selber hat das Kommen seiner Sterbestunde geahnt. Seine schwere Krankheit hat er lange Zeit in großer Tapferkeit ertragen. Bis in die letzten Wochen hinein hat er geschrieben und gearbeitet, sich für Politik, Gesellschaft, Kirche und vor allem für die Menschen interessiert. Welche Einsatzbereitschaft und Frömmigkeit steckten hinter dieser Tapferkeit! Am 6. Dezember, am Abend des Nikolaustages, 2023 ist Peter Lückemeier an der Seite seiner Frau im Josefshospital in Wiesbaden heimgegangen. Die Hochschule Sankt Georgen wird Peter Lückemeier in dankbarer Erinnerung behalten. Mag Gott ihm Leben in Fülle schenken!
Ansgar Wucherpfennig SJ
Die Trauerfeier für ihn wird am Freitag, dem 15. Dezember 2023 um 14.00 Uhr in der Campuskirche der Hochschule Sankt Georgen sein.



