Markus Lersch: Der Schöpfungsakt als „analogieloses Handeln“? Eine kritische Rückfrage …

In der systematischen und exegetischen Theologie hat sich die Redeweise von einer Analogielosigkeit des Schöpfungsaktes eingebürgert, um die völlige Unvergleichbarkeit des göttlichen Schöpfungshandelns mit allem geschöpflichen Handeln zum Ausdruck zu bringen. In diesem Zusammenhang wird zumeist auf die Sonderstellung der Vokabel arb des ersten Schöpfungsberichts verwiesen. Der vorliegende Artikel stellt die Sinnhaftigkeit einer solchen Redeweise im konkreten Fall durch drei Argumente (erkenntnistheoretisch, semantisch und theologisch) in Frage, um abschließend eine Neubesinnung auf die Analogizität aller theologischen Rede einzufordern: Wäre göttliches Handeln und Sein bei aller je größeren Unähnlichkeit nicht auch von einem Mindestmaß an Ähnlichkeit mit dem Geschöpflichen ausgezeichnet, so würde es gar nicht erst Gegenstand theologischer Erkenntnis und Aussage.



In both systematic and biblical theology one finds tendencies negating the analogousness of the act of creation, which implicates a total incomparableness between divine and creatural action. The present article criticises this theological parlance by three arguments (one epistemic, one semantic and one properly theological) and underlines the constitutive analogousness of all theological speech: If there was no similarity and comparability at all between the being and acting of God and those of the creatures there would be no theology either.







 


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