Beitrag

Christoph Böhr: Die Offenbarung der Wirklichkeit im Denken und im Glauben. Zu Kurt Hübners Begriff szientifischer, mythischer und religiöser Vernunft

Kurt Hübner hat zeit seines Lebens über die Frage nach dem ersten, fernerhin alles Denken leitenden Beweggrund unserer Überzeugungen nachgedacht. Die Grundlage ihrer Beantwortung findet sich für ihn dort, wo er den Begriff der Wirklichkeit – und die Wege zu ihrer Erkenntnis – in ein neues Licht rückt, und darauf verweist, dass „Wirklichkeit“ eben nicht nur als das zu begreifen ist, was gemessen und gewogen werden kann: Auch jener Wirklichkeit, die nicht positivistisch zu fassen ist, kommt ein Sein zu. Dabei hatte Hübner den Kosmos der unterschiedlichen Wissensformen stets im Blick. So formte sich mit den Jahrzehnten ein Denken, das die Grenzen der Einzelwissenschaften sprengte, um eine übergreifende Antwort auf die zeitlose Grundfrage zu finden, die aller Wissenschaft vorangeht: die Frage nach den Erkenntnismöglichkeiten des Menschen. Verkürzungen in der Beantwortung – zum Beispiel zugunsten einer verbreiteten Wissenschaftsgläubigkeit vieler Zeitgenossen – fanden Hübners entschiedenen Widerspruch.


(Seite 397-406)

Artikel herunterladen


Zurück zum Archiv