Georgs Theater präsentiert:
Hotel zu den zwei Welten
nach Eric-Emmanuel Schmitt
Das Theater der Hochschule Sankt Georgen lädt herzlich
zu den Aufführungen in der Aula des Hochschulgebäudes ein.
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
Aufführungen:
Freitag, 6. Juni, 20:00 Uhr
Samstag, 7. Juni, 20:00 Uhr
Sonntag, 8. Juni, 18:00 Uhr
Hochschule Sankt Georgen, Offenbacher Landstraße 224,
Frankfurt am Main, Straßenbahnlinie 16, Haltestelle Balduinstraße
Über das Stück
Der vom Leben enttäuschte Sportreporter Julien Portal betritt nach einem schweren Autounfall einen Ort, der an die Empfangshalle eines Hotels erinnert. Dorthin gelangt ist er durch einen mysteriösen Aufzug, der Personen nach oben oder nach unten befördert, aber nicht so, wie Sie es sich vielleicht denken. Julien lernt kuriose Persönlichkeiten wie den Präsidenten Delbec und den Magier Radschapur kennen und begegnet zwei Wesen in Weiß, deren Stimme er selbst, nicht aber der Zuschauer hören kann. Wo er sich befi ndet, begreift er erst allmählich durch ein Gespräch mit Doktor S… und während seines Aufenthalts kommt er ins Nachdenken über sein bisheriges und zukünftiges Leben, wenn es denn eines geben wird.
Über den Autor
Eric-Emmanuel Schmitt wurde 1960 in Lyon, Frankreich geboren. Er promovierte nach seinem Studium an der Ecole normale supérieure in Philosophie und schrieb mehrere Theaterstücke und Romane. In Deutschland ist er vor allem für seine Werke „Oskar und die Dame in Rosa” und „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” bekannt. Das Stück „Hotel zu den zwei Welten“ stammt aus dem Jahr 1999. Für seine Werke, die oft zum Nachdenken über das Leben, den Tod oder die Liebe einladen, erhielt Schmitt schon mehrere Preise, u.a. den Theaterpreis Molière.
Eine Vorsehung gibt es nicht?
In der griechischen Mythologie war Charon der düstere
greise Fährmann, der die Toten für einen Obulus über
den Totenfluss begleitet hat, damit sie in das Reich des
Hades gelangten. In “Hotel zu den zwei Welten” spielt
Doktor S den Fährmann des Schicksals, der die Gäste
höflich aber bestimmt an den Fahrstuhl geleitet, wenn
ihre Zeit gekommen ist. Der Mythos kennt nur einen
einzigen Fall, dass sich Hades bewegen ließ, eine Tote
wieder herauszugeben, nämlich durch den herzzerreißend
Gesang des verliebten Orpheus. Im Hotel zu
den zwei Welten hofft jeder, dass der Pfeil über dem
Fahrstuhl, den er in nicht allzu ferner Zukunft besteigen
wird, zur Erde zeigt. Sichtlich berührt bemerkt
Doktor S... einmal, dass noch nie einer “Danke” gesagt
hat, wenn es nach oben geht. Was Doktor S... schlussendlich
dazu motiviert, ein selber Schicksal zu spielen,
ist die Liebe zweier Menschen. Laura und Julien haben
sich unsterblich verliebt. Die Liebe hat Julien verwandelt.
Er singt zwar nicht von der Liebe, präsentiert aber
einen Gottesbeweis aus der Liebe. Die Geliebte ist
so schön, also existiert Gott. Ist Doktor S... am Ende
selber Gott?
Das Hotel zwischen den zwei Welten ist ein mythischer
Ort, ein Nicht-Ort zwischen Erde und Himmel, Leben
und Tod. Welche Chance zu einer Bewusstwerdung und
Veränderung können wir Komapatienten realistischerweise
einräumen? Man weiß nicht mit letzter Sicherheit,
was in ihnen vorgeht. Die Ereignisse im Hotel zeigen
eine Utopie. Man muss die Menschen in einen Raum
der Begegnung stellen. Liebende können sich noch
verändern. Nur die Liebenden besitzen die Freiheit, den
Determinismus aus zufallsblinder Prägung und schuldhafter
Ignoranz aufzubrechen. Die Liebenden bringen
den kalten Doktor S... zum Schmelzen, der selber auch
einmal Schicksal spielt, statt immer nur das Schicksal zu
vollstrecken.
Heinrich Watzka
Georgs Theater
Über die Gruppe
Als ich zum WS 2006 begann, in Sankt Georgen zu
studieren, war ich darauf erpicht, in der vermeintlich
existierenden Theatergruppe der Hochschule mitzuspielen.
Leider musste ich feststellen, dass es
die Gruppe, die bis 2003 von Gundel-Maria Busse
geleitet wurde, nicht mehr gab. Da ich von einigen
Kommilito(in)nen ein gewisses Interesse am Theaterspielen
vernahm, entschied ich, zum WS 2007 eine
neue Theatergruppe zu gründen, die ich unter dem
Namen Georgs Theater ausschrieb.
Es fanden sich neun junge Leute zusammen, die sich
für das Stück „Hotel zu den zwei Welten“ entschieden.
Da es an der Hochschule niemand mehr wie
Frau Busse gab, der das Spielen hätte leiten können,
entschlossen wir uns, selbst Regie zu führen.
Professionelle Begleitung erfuhren wir von Frau
Findeis-Dorn, die sich einige Male zur Stimmbildung
mit uns traf, und von meiner Schwester, die dank ihrer
Ausbildung als Theaterpädagogin das Stück bei einem
Probenwochenende aufpeppte.
So freuen wir uns, Ihnen unser Stück vorstellen zu dürfen,
und wünschen Ihnen viel Vergnügen mit ein paar
Stunden gefüllt von Gedanken über das Leben, den
Tod und das Koma.
Angelika Rother
Mitwirkende
| Julien Portal: | Niklas Wagner |
| Ein Mann in Weiß: | Ulrich Rhode SJ |
| Eine Frau in Weiß: | Sylvia Lins |
| Magier Radschapur: | Tobias Schirmer |
| Präsident Delbec: | Holger Cerff |
| Vladimir Wladkov: | Daniel Like |
| Doktor S…: | Verena Moos |
| Laura: | Angelika Rother |
| Regie: | Georgs Theater
und Ulrike Rother |
| Souffleuse: | Judith Pfalzer |
| Technik: | Christoph Bremer
und Daniel Engels |
| Kostruktion des Aufzugs: | Alfred Rother |
| Stimmbildung: | Christine Findeis-Dorn |
| Theaterpädagogische Begleitung: | Ulrike Rother |
Danksagung
Es war sehr angenehm und weiterführend, von allen Seiten so viel Wohlwollen und Hilfsbereitschaft zu erfahren. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Ganz besonders danken wir denen, die sich dazu bereit erklärt haben, den Verkauf der Brezeln und Getränke zu übernehmen, Herrn Koch für die Bereitstellung der Lichtanlage, der Haustechnik und besonders Herrn Jung, Frau Raab, Frau Schweikart-Paul, Frau Vaupel, Frau Muth, Herrn Schuster, Frau Friedrich und Herrn Sickert für Hilfe bei Technik, PR, Informations- und sonstigen Dienstleistungen, Herrn Lenhard für die Verpfl egung, dem Freundeskreis von Sankt Georgen, namentlich Pater Löser, Schwester Bernarde für die Alben, all denen, die uns sonst irgendwie unterstützt und Kraft gegeben haben oder die uns wegen mancher Probentermine oder dergleichen entbehrt haben und nicht zuletzt dem,der alles in seinen liebenden Händen hält. Danke!

