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Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen
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Die Referate dieses Symposions sind veröffentlicht in:
Sankt Georgener Hochschulschriften, Bd. 6

Sechstes Sankt Georgener Symposion
10./11. Oktober 2003


getragen von der
Stiftung Hochschule Sankt Georgen
in Verbindung mit dem
Fachbereich Katholische Theologie
an der Johann Wolfgang Goethe-Universität


Biblische Aufklärung
Die Entdeckung einer Tradition


Jürgen Habermas sagte in seiner Frankfurter Paulskirchenrede (Oktober 2001):

"In Anbetracht der religiösen Herkunft seiner moralischen Grundlagen sollte der liberale Staat mit der Möglichkeit rechnen, daß die 'Kultur des gemeinen Menschenverstandes' (Hegel) angesichts ganz neuer Herausforderungen das Artikulationsniveau der eigenen Entstehungsgeschichte nicht einholt."

"Säkulare Sprachen, die das, was einmal gemeint war, bloß eliminieren, hinterlassen Irritationen. Als sich Sünde in Schuld, das Vergehen gegen göttliche Verbote in den Verstoß gegen menschliche Gesetze verwandelte, ging etwas verloren."

Jürgen Habermas ging so weit, eine für die wahre Freiheit unersetzliche Bedeutung des Glaubens an einen Schöpfer- und Erlösergott anzudeuten.

Das sind überraschende Aussagen. Sie können auch als eine Erwartung an die christliche Theologie und an die Religionsphilosophie verstanden werden, das derart verloren Gegangene ins Gedächtnis zu rufen und denen darzulegen, die nach einem zeitgemäßen und zukunftsweisenden Verständnis ihrer selbst suchen. Die biblische Religion gehört in die Vorgeschichte der Moderne, enthält aber gleichzeitig auch die Motive, welche die Moderne vor einem Abgleiten in banale Aufgeklärtheit schützen können. In welchem Sinn gibt es die Tradition einer Aufklärung, die der Kritik standhalten kann, bereits von der Bibel her?

Exemplarische Beiträge zu einer solchen Fragestellung sollen in dem Symposion, das die Stiftung Hochschule Sankt Georgen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Katholische Theologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität veranstaltet, vorgelegt und erörtert werden.

Werner Löser SJ


Programm


Freitag
14.00 Uhr Eröffnung des Symposion durch den Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung Hochschule Sankt Georgen, Dr. Martin Frühauf, und durch den Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Thomas Schreijäck
14.15 Uhr Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ: Bibel und Aufklärung auf der Suche nach den religiösen Grundlagen menschlichen Zusammenlebens: Die Briefe des Paulus im Licht von Daniel Defoes Roman 'Robinson Crusoe' (Moderator: Dr. Christoph Müller)
15.30 Uhr Prof. Dr. Marius Reiser: Wahrheit und literarische Arten der biblischen Erzählung (Moderator: Dr. Dieter Böhler SJ)
17.00 Uhr Prof. Dr. Thomas Rentsch: Die Entdeckung der Unverfügbarkeit. Zum Zusammenhang von Negativität und Sinnkonstitution im Horizont der biblischen Überlieferung (Moderator: Dr. Günter Kruck)

 
Samstag
08.45 Uhr Prof. Dr. Hans Joas: Die Entstehung der Menschenrechte. Zwischen Protestantismus, Aufklärung und Expressivismus (Moderator: Dr. Heinrich Watzka SJ)
10.00 Uhr Prof. Dr. Thomas Schmidt: Postsäkulare Theologie des Rechts (Moderator: Dr. Oliver Wiertz)
11.30 Uhr Prof. Dr. Jürgen Werbick: Biblische Aufklärung? Fundamentaltheologisch-wissenschaftstheoretische Klärungsversuche (Moderator: Prof. Dr. Hans Kessler)
12.45 Uhr Schlussbemerkungen (Dr. Eckhard Nordhofen)
13.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen zum Abschluß des Symposions

* * *

Das Symposion findet in Raum 1.801 im Casino des Poelzig-Ensembles [zum Lageplan] der Johann Wolfgang Goethe-Universität statt (Grüneburgplatz 1, D-60323 Frankfurt).

Wir bitten um Anmeldung zum Symposion bis zum 10. September (zu richten an: Stiftung Hochschule Sankt Georgen, z. Hd. Frau Dr. Martina Rommel, Offenbacher Landstr. 224, D.60599 Frankfurt).

Teilnahmegebühr für das Symposion (ausgenommen die Mahlzeiten) € 20,00 (für Studierende € 10,00) (entweder zusammen mit der Anmeldung (Bankverbindung: Philosophische Hochschule Sankt Georgen, Pax Bank Mainz BLZ 370 601 93, Kontonummer 4003 600 020, Vermerk: Symposion) oder am 10. Oktober zum Beginn des Symposions zu entrichten.