Studiengänge / Akademische Grade
Überblick
Als Studiengänge bietet die Hochschule Sankt Georgen einen zehnsemestrigen philosophisch-theologischen Diplom-/Magisterstudiengang sowie Aufbaustudien, die entweder zum Lizentiat oder zum Doktorat führen.
Die Hochschule verleiht folgende akademische Grade:
- Bachelor in Philosophie (B.A.)
- Bakkalaureat in Philosophie (läuft aus)
- Magister in Theologie (Mag. theol.)
- Diplom in Theologie (Dipl. theol.) (läuft aus)
- Lizentiat in Theologie (Lic. theol.)
- Doktorat in Theologie (Dr. theol.)
- Habilitation in Theologie (Dr. theol. habil.)
Die akademischen Grade gelten sowohl im kirchlichen als auch im staatlichen Rechtsbereich; eine Ausnahme bildet das Bakkalaureat in Philosophie, das nur im kirchlichen Rechtsbereich gilt.
Die an der Hochschule absolvierten Studiengänge und Prüfungen - insbesondere die Diplomprüfung - werden aufgrund eines Erlasses des Hessischen Kultusministers vom 26. August 1980 (IV A 1.1 - 630/30 - 77) bei der ersten Staatsprüfung für das Lehramt auf Antrag anerkannt.
Bachelor (Philosophie)
Der Bachelor-Studiengang bietet zunächst eine historische und systematische Grundlegung des Fachs entlang dem traditionellen Fächerkanon (Module 1-5). Der Schwerpunkt liegt auf der theoretischen Philosophie (Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Logik, Anthropologie, Naturphilosophie, Metaphysik, Gotteslehre). Dem stehen die praktischen Disziplinen Ethik und Sozialphilosophie gegenüber. Neben dem Überblick über die vier Hauptepochen der okzidentalen Philosophiegeschichte wird auf die exemplarische Auseinandersetzung mit Klassikertexten Wert gelegt.
Darauf folgt eine Phase der fachlichen Spezialisierung (Module P 6-10) und der exemplarischen Vertiefung (Modul P 14). Es stehen fünf thematische Aufbaumodule zur Auswahl, von denen drei absolviert werden. Neben den Themenfeldern „Wissenschaft und Ästhetik”, „Natur und Kultur”, „Religion und Religionen” können zwei Module im Bereich der angewandten Ethik gewählt werden. Die exemplarische Vertiefung erfolgt mittels der Bachelorarbeit und der selbständigen Erarbeitung zweier weiterer Themen.
Ausdrücklich gefördert werden die Interdisziplinarität und die Berufsorientierung (Module 11-13). Neben Grundkenntnissen der Humanwissenschaften werden z.B. Kenntnisse in Religionskunde (Islam) oder Medientheorie und -praxis angeboten. Ein Spezifikum Sankt Georgens ist der Wahlpflichtbereich „Religion und Theologie” (10% des Studiums). Der Berufsvorbereitung dient ein vierwöchiges Praktikum sowie der Erwerb bestimmter Schlüsselqualifikationen (wie Rhetorik und Argumentieren, Modul 0).
Diplomstudiengang (Theologie)
Der Diplomstudiengang umfaßt die zwei Studienabschnitte des Grund- und Hauptstudiums:
a) Der erste Studienabschnitt (= Grundstudium, 4 Semester) vermittelt eine breitgefächerte, historisch und systematisch orientierte Einführung in die Philosophie. Hier sollen neben der Wissensvermittlung die Fähigkeiten zum systematischen Denken, zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten und zu dem auf »Unterscheidung der Geister« zielenden Gespräch mit geistigen Strömungen und Weltanschauungen in Geschichte und Gegenwart eingeübt werden. Die philosophischen Fächer werden durch eine allgemeine Einführung in den christlichen Glauben (Grundkurs), in die Entstehungsgeschichte der Bibel und in die Kirchengeschichte ergänzt. Für den Abschluß dieses Studienabschnitts sind hinreichende Kenntnisse der lateinischen (Latinum) und griechischen Sprache (Graecum) nachzuweisen. Das Grundstudium wird mit der Diplom-Vorprüfung abgeschlossen. Durch eine erweiterte Prüfung kann auch der erste kirchliche akademische Grad in Philosophie (Bakkalaureat) erworben werden.
b) Der zweite Studienabschnitt des Diplomstudiengangs (= Hauptstudium, 6 Semester) umfaßt die verschieden theologischen Disziplinen im Bereich der biblischen Theologie (Exegese des Alten und Neuen Testaments), der historischen Theologie (Kirchen- und Dogmengeschichte), der systematischen Theologie (Fundamentaltheologie, Dogmatik, Moraltheologie, Christliche Gesellschaftsethik) und der praktischen Theologie (Pastoraltheologie, Religionspädagogik und Katechetik, Homiletik, Liturgiewissenschaft, Kirchenrecht).
Im Zuge des Bologna-Prozesses wird der Diplomstudiengang durch einen Magisterstudiengang (Magister theologiae) ersetzt. Die Magisterprüfungsordnung ist zum Wintersemester 2010/2011 in Kraft getreten; bis dahin ist noch die Einschreibung in den bisherigen Diplomstudiengang möglich (siehe auch: Häufig gestellte Fragen von Studieninteressierten).
Magisterstudiengang (Theologie)
In den ersten beiden Semestern (Module 1 bis 5) erfolgt eine Theologische Grundlegung. Sie umfasst eine Einführung in die Philosophie und in die Katholische Theologie aus der Perspektive ihrer vier Bereiche. Dabei werden insbesondere die grundlegenden Inhalte des Glaubens entsprechend der Heiligen Schrift, der lebendi-gen Überlieferung der Kirche und der authentischen kirchlichen Lehre in organischer und umfassender Weise vermittelt, wie sie im Katholischen Erwachsenen-Katechismus und im Katechismus der Katholischen Kirche als Grunddokumente für die Katechese erschlossen und zusammengefasst sind. Im ersten Semester erfolgt außerdem eine Einführung in das Studium der Theologie (Modul 0)
Im dritten bis sechsten Semester (Module 6 bis 15) werden die im Rahmen der Theologischen Grundlegung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten ergänzt und vertieft. Die betreffenden Module sind thematisch ausgerichtet und bieten Gelegenheit zur intra- und interdisziplinären Zusammenarbeit.
Das siebte bis zehnte Semester (Module 16 bis 24) bieten eine Vertiefung in allen Bereichen der Theologie. Das Modul 24 besteht in der Magisterarbeit.
Aufbaustudien (Theologie)
Die Hochschule bietet neben dem Diplomstudiengang die Möglichkeit zu weiterführenden und vertiefenden theologischen Aufbaustudien. Als Schwerpunkte können biblische, historische, systematische und praktische Theologie gewählt werden. Als Voraussetzung für solche Aufbaustudien gelten entweder ein Diplom in Theologie oder die Lehramtsprüfung für Gymnasien im Unterrichtsfach Katholische Religion mit zusätzlichen Leistungsnachweisen. Nach einem weiterführenden Studium von vier Semestern können die Aufbaustudien mit den akademischen Graden des Lizentiats (Lic. theol.) oder des Doktorats (Dr. theol.) abgeschlossen werden.
Siehe auch: Aufbaustudium "Pastoralpsychologie und Spritualität" (Lizentiat bzw. Doktorat)
