Ethikbezogenes Investment
Eine Tagung der Sachverständigengruppe ?Weltwirtschaft und Sozialethik? der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Forum für Ethik der Finanzpraxis und dem BVI.
Am 17. Februar 2010 fand die Fachtagung in der Frankfurt School of Finance and Management statt.
Rund um das ethikbezogene Investment ist eine eigene Branche entstanden, die schnell wächst und dabei ist, ihre Nische zu verlassen. Dennoch verbleiben zahlreiche Fragen:
In der wissenschaftlichen Diskussion ist die Wirksamkeit solcher Geldanlagen umstritten. In der Praxis bleibt es strittig, ob und wie diese Ansprüche und Ansätze im alltäglichen Finanzgeschäft umgesetzt werden sollen. Schließlich stellt sich im Zuge der Finanz krise die dringliche Frage, welchen Anlegern ethikbezogenes Investment ans Herz gelegt werden kann (Responsible Finance).
Dabei tut Orientierung not, denn nicht nur Christen und die Kirchen sind aufgerufen, mit Geld und Vermögen verantwortungsvoll umzugehen. Vor diesem Hintergrund hat die Sachverständigengruppe ?Weltwirtschaft und Sozialethik? der Deutschen Bischofskonferenz jüngst die Studie ?Ethikbezogenes Investment? erstellt.
Diese Fachtagung erschloss kirchlichen Vermögensverwaltern, Vertretern der Finanzbranche sowie der (politischen) Öffentlichkeit allgemein Perspektiven, was man sich von ethikbezogenem Investment erhoffen kann.
Impressionen von der Fachtagung
Werkstattgespräch Gerechter Lohn
Gerechter Lohn in der Kirche. Sozialethische und kirchenrechtliche Gesichtspunkte bei der Übernahme des TVöD durch die Kirchen.
Ein Werkstattgespräch 06.-07. November 2008
Auf viele Arbeitsverhältnisse im kirchlichen Dienst finden inzwischen die Bestimmungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) Anwendung. Mit der Umstellung von der Bindung an den Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) zur TVöD-Anlehnung wurde ein Systemwechsel angestoßen. Beispielhaft kennzeichnet diesen Wandel die Abschaffung der Familienkomponente als Entgeltbestandteil und die Einführung leistungsbezogener Vergütungskomponenten.
In einigen arbeitsrechtlichen Kommissionen führte diese Umstellung zu Auseinandersetzungen. Vor allem von den Mitarbeiterseiten wurde zur Diskussion gestellt, ob ein Verzicht auf Familienkomponenten im Entgelt mit dem kirchlichen Selbstverständnis in Einklang zu bringen sei. Schließlich sieht sich die Kirche ihrem eigenen Selbstverständnis gemäß in der Pflicht, ihren Arbeitnehmern einen Lohn zu zahlen, "?so dass sie in der Lage sind, für ihre und ihrer Angehörigen Bedürfnisse angemessen aufzukommen?" (c. 1286 n. 2 CIC). Auf welche Weise dies zu geschehen habe, bleibt dabei aber völlig offen. Ob die Umstellung von familien- auf leistungsbezogene Entgeltbestandteile ein für den kirchlichen Bereich probates Mittel darstellt, muss vor diesem Hintergrund untersucht werden. Diese Frage ist bisher nicht abschließend geklärt, auch wenn die aktuellen Entwicklungen im Caritasbereich eine Entscheidung zugunsten der Familienzulage nahelegen.
Im Rahmen eines Werkstattgesprächs, das vom Oswald von Nell-Breuning-Institut ausgerichtet wurde, wurde das Thema erneut aufgegriffen. Vertreterinnen und Vertreter der sozialethischen Wissenschaft und des Kirchenrechts kamen untereinander und mit Praktikerinnen und Praktikern ins Gespräch. Mehr zum Inhalt der Veranstaltung können Sie dem Tagungsbericht entnehmen.
Aktuelles
15.07.10
Rheinischer Merkur: Bürgerarbeit - neue Form der Ausgrenzung
06.07.10
Süddeutsche Zeitung: Sparen - mit Westerwelles Waffen
06.07.10
Neue Ausgabe von "Ethik und Gesellschaft" erschienen
05.07.10
"Vorsorgender Sozialstaat - Neue Perspektiven in unsicheren Zeiten"
28.06.10
Hinweis: attac Sommerakademie
