Das Ethos des Investmentbanking. Implikationen für eine prudentielle Regulierung
Mit der Finanzkrise kam die Frage der Neugestaltung des Regulierungsarrangements der internationalen Finanzwirtschaft auf die (welt-)politische Tagesordnung. Die Diskurse sind dabei sehr stark von der dichotomischen Gegenüberstellung, von Staat auf der einen Seite und Markt auf der anderen, geprägt. Dabei gerät jedoch zweierlei aus dem Blick: Einerseits wirkt die private Finanzwirtschaft mit an der Erstellung einer wichtigen öffentlichen Aufgabe, nämlich der, Wirtschaftssubjekte mit Geld zu versorgen. Andererseits zeigen die Erfahrungen einer offensichtlich gescheiterten Regulierungsstrategie, dass auch die Bereitschaft der Marktakteure notwendig ist, sich zum Teil mit den gesellschaftlichen Steuerungszielen zu identifizieren. Diese Überlegungen verweisen darauf, dass die Finanzwirtschaft im Allgemeinen, das hoch innovative Investmentbanking im Besonderen, nur dann effizient reguliert werden kann, wenn auch die Überzeugungen und Wertorientierungen, welche die Finanzpraxis orientieren, kurz: das Berufsethos des Investmentbanking, einbezogen werden.
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