Gute Arbeit muss drin sein
Friedhelm Hengsbach SJ
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der 1. Mai fällt in diesem Jahr - einigermaßen kalenderwidrig - mit dem Durchbruch des Frühlings zusammen, der zwar spät, aber doch endlich in unseren Breiten angekommen ist. Der 1. Mai trifft in diesem Jahr auch auf das kirchliche Fest Christi Himmelfahrt. Dieses Zusammentreffen wird sich erst in 160 Jahren wiederholen. Heute feiern die Christen wie am Pfingstfest noch einmal, was sie an Ostern bekennen: den Sieg des Lebens über ungerechte und tödliche Gewalt. Und dieser 1. Mai erinnert an die Selbstdemaskierung der Nazis vor 75 Jahren, als diese am Tag nach dem 1. Mai, der 1933 zum ersten Mal als öffentlicher Feiertag begangen wurde, die Gewerkschaftshäuser geplündert, zahlreiche Gewerkschafter verjagt, verhaftet und ins KZ gesperrt haben. Sie wollte damit die Gewerkschaftsbewegung auf 1000 Jahre hin auslöschen.
Dieser Tag ruft uns ins Gedächtnis, dass die Geschichte der Arbeiterbewegung eine Geschichte alltäglicher Niederlagen ist, aus denen jedoch immer wieder der Hoffnungsfunke auf ein neues Aufstehen und nachhaltige Siege aufscheint. Diese Zuversicht sollten wir der nachwachsenden Generation vermitteln, die in Warteschleifen herumhängen, von einem Praktikum ins andere gelockt werden und darauf warten, einen Ausbildungsplatz und eine Beschäftigung zu finden.: Lasst euch nicht alles bieten. Traut euch, Nein zu sagen, aufrecht zu stehen und aufrecht zu gehen.
Mir ist es wichtig, auf die Siegeszeichen der letzten Jahre aufmerksam zu machen, die zwar nicht berauschend sind, aber auch nicht übersehen werden können. Da ist erstens die offensive Selbstbehauptung der Gewerkschaften. Die Gewerkschaften sind wieder stark.
