Letzte Ausfahrt Dritter Weg? Zur aktuellen Lage kirchlicher Arbeitsverhältnisse

von Friedhelm Hengsbach SJ

Überarbeiteter Vortrag aus Anlass des 20jährigen Jubiläums der DiAG-MAV des Erzbistums Köln und des 15jährigen Jubiläums der DiAG-MAV B des Erz bistums München und Freising - 1. und 12. Juli 2011

 

"Wer bei der Kirche arbeitet, fällt vom Glauben ab", munkeln Arbeitsrechtler hinter vorge­haltener Hand, meint Heribert Prantl, der Leiter des Innenressorts der Süddeutschen Zeitung.

In den letzten Jahren, präzise sei dem Abschied des Öffentlichen Dienstes vom Bundes­angestelltentarif (BAT) und der Einführung des Tarifvertrags des Öffentlichen Dienstes (TvÖD) sind schwerwiegende Strukturrisiken des 3. Weges sichtbar geworden, die das unterschwellig vorhandene Unbehagen und die Zweifel an der Fortsetzung eines einzig richtigen, für alle kirchlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verbindlichen Weges haben anwachsen und dessen risikoverträgliche Überlebenschance sinken lassen.

Was spricht dagegen, die mehr oder weniger geradlinige Spur des 3. Weges fortzusetzen, die der Staat anerkannt hat, von den Bischöfen gewollt ist und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanzielle und andere Vorteile bringt? Die zudem den Diözesanen Arbeits­gemein­­schaften (DiAG-MAV) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mitarbeiter­vertretungen (BAG-MAV) verspricht, ausbaufähig zu sein? Und welche bereits aufgetretenen und noch drohenden Risiken sprechen dafür, alternative Regelungen kirchlicher Arbeits­verhältnisse ernsthaft in den Blick zu nehmen, die mit weniger Risiken verbunden sind? Welche besonders auffälligen Risiken lassen sich derzeit identifizieren? Im Folgenden sollen sechs dieser Risiken erläutert werden.

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