Das Gebot des digitalen Zeitalters: Du sollst nicht jederzeit erreichbar sein!

von Friedhelm Hengsbach SJ

Vortrag auf der Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing: "Permanent Online!?" vom 29.-30.6.2011

Jens und Celine, zwei befreundete Personen treffen sich an einem sonnigen Herbsttag in einem Café und erzählen sich begeistert von ihren Urlaubsreisen, die sie mit ihren Familien nach Korsika und Kroatien unternommen haben - von den komfortablen Ferienwohnungen, den zauberhaften Landschaften, dem Zusammensein und dem Neu-Entdecken der heranwachsenden Kinder, den erholsamen Stunden am Strand und den gemeinsamen Essen. "Entschuldige, mein Handy klingelt gerade." Jens vereinbart einen Abendtermin mit einem Fußballfreund. Nach einer halben Minute wird das Gespräch fortgesetzt, allerdings zunächst ein wenig stockend. Dann fällt Celine plötzlich ein, dass sie eine dringende betriebliche e-mail eben mal checken müsse. "Sorry, dies geht ganz schnell". Noch einmal stockt der persönliche Austausch zwischen den beiden, kommt aber etwas zähflüssiger als vorher wieder in Gang. Die beschwingte Freude des Wiedersehens, der Austausch persönlicher Stimmungen ist dahin. Celine ist von Jens, Jens von Celine ein wenig enttäuscht. Etwas Fremdes hat sich zwischen sie geschoben, das wichtiger zu sein scheint. Er oder sie sind eigentlich woanders und nicht hier und jetzt im Eiscafé, er nicht bei ihr und sie nicht bei ihm.

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