Gute Reparaturarbeit, kein Neustart

Friedhelm Hengsbach SJ

Die Regierungen der G 20 haben in London ein markantes Signal ihrer gemeinsamen politischen Überzeugung gegeben: Die Zeit ist vorbei, da die Welt auf die Selbstheilungskräfte der Finanzmärkteund der Finanzunternehmen vertrauen kann. Die Weltwirtschaft braucht nach dem monetären und realwirtschaftlichen Desaster, das die Finanzeliten verursacht haben, einen politischen Bauplan.

Bemerkenswerte Ecksteine zu einer globalen Finanzarchitektur sind jetzt von den Staatslenkern zusammen getragen worden: Alle Finanzgeschäfte, alle Finanzunternehmen und alle Finanzplätze werden einer öffentlichen Aufsicht und Kontrolle unterstellt. Das gilt auch für hochspekulative Hedgefonds und für Rating Agenturen. Bedeutende Investmentgesellschaften müssen sich registrieren lassen und über ihre Geschäftspolitik informieren. Steueroasen werden öffentlich geächtet, eine schwarze Liste nicht kooperationsbereiter Staaten soll die OECD veröffentlichen. Banken sollen in guten Zeiten Reserven bilden, um für Krisenzeiten gerüstet zu sein. Vergütungen für Managersollen sich an langfristigen Perspektiven orientieren. Die Rolle einer internationalen Frühwarnanlage und eines Überwachungsgremiums ist dem bisherigen Forum für Finanzstabilität zugewiesen.  Seine Kompetenzen werden erweitert, Vertreter der Schwellenländer in das neue Gremium aufgenommen. Damit scheint die Liste der Reparaturen, mit deren Hilfe die Schäden der Finanzkrise aufgefangen werden, bereits erschöpft zu sein. 

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