Liberalisierung gegen künftige Hungerkrisen?
Bernhard Emunds
Die Bilder von den Protesten der Armen in Haiti, Burkina Faso, Kamerun und Ägypten gegen steigende Nahrungsmittelpreise haben uns in diesem Frühjahr etwas bewusst gemacht, was wir gerne verdrängen: Permanent leiden auf dieser Erdezwischen 800 und 900 Millionen Menschen Hunger.
Für den aktuellen Preisauftrieb bei Lebensmitteln werden zumeist der steigende Bedarf an Futtermitteln wegen des zunehmenden Fleischkonsums in den wirtschaftlich erfolgreichen Schwellenländern Asiens und die verstärkte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für den Anbau von Bio-Treibstoffen genannt. Allerdings ist der Anstieg der Nachfrage nach Agrarprodukten nicht das eigentliche Problem. Schließlich bedeutet er ja auch, dass die Einkommenschancen für Landwirte und für landwirtschaftlich orientierte Länder steigen. Die entscheidende Frage ist vielmehr, warum der Nachfrage in vielen Regionen dieser Erde - auch unabhängig von der aktuellen Verknappung - nicht ein höheres Angebot an Nahrungsmitteln gegenübersteht.
