Hessen in Bewegung

Thomas Wagner

?Die Politiker brauchen Druck von unten, sonst bewegen sie sich nicht!?, so eine Teilnehmerin zu Beginn des Forums. Insgesamt über hundert Akteure kamen zum Sozialforum in die Jesuitenhochschule Sankt Georgen. Ganz verschieden waren die Motive der Teilnehmenden. Gemein waren der Zorn und die Enttäuschung über eine verfehlte Politik in Hessen. Die vielfältigen Ausgrenzungserfahrungen und Schilderungen von gewaltvollen Missständen prägten die Berichte und Impulse in den workshops: ob beispielsweise durch Arbeitslose oder Hartz-IV-Empfängerinnen, durch Elterninitiativen für bessere Bildung, ob durch Bürgerinitiativen gegen die Flughäfen in Frankfurt und Kassel, ob durch Attacies, Naturfreunde oder Migrantinnen im Schmelztiegel Rhein-Main.

Zusammen mit vierzig anderen hessischen Initiativen, Organisationen und sozialen Verbänden hatte das Nell Breuning-Institut zu diesem Austausch eingeladen. Im Hauptvortrag verband Friedhelm Hengsbach in überzeugender Weise die sozialstaatlichen Entregelungen mit der aktuellen Finanzmarktkrise und sprach sich entschieden für eine demokratische Neuaneignung des entfesselten Finanzmarktkapitalismus aus. Weitere Akteure des Nell Breuning-Institutes waren in der organisatorischen Abwicklung dieses Forums engagiert, das erstmals in der katholischen Hochschule Sankt Georgen stattfand. 

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