Der Fall Nokia
Bernhard Emunds
Die Wellen der Empörung über die Entscheidung des Nokia-Konzerns, sein Werk in Bochum zu schließen und 2.300 Arbeitnehmer zu entlassen, schlagen hoch. Bald nach der Bekanntgabe wurden Boykott-Aufrufe laut. Das Land Nordrhein-Westfalen verklagt das Unternehmen auf Rückzahlung von Subventionen, weil es in dem Bochumer Werk in den letzten Jahren weniger als die zugesagten 2.860 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze gegeben habe. In einer sozialethischen Reflexion der Entwicklungen bei Nokia sollte man drei Dimensionen dieses Falls unterscheiden: Erstens geht es um den Stil des Umgangs mit den Betroffen, zweitens um die Macht des Managements und drittens um Wohlfahrt, also um Produktion, Beschäftigung und Einkommen bei uns und in den Transformationsländern. Nach einer Skizze dieser drei Dimensionen wird nach möglichen Schlussfolgerungen für das Handeln verschiedener Akteure gefragt.
