Gute Arbeit
Friedhelm Hengsbach SJ
"Was ist gute Arbeit?" Dieser Frage aus der Sicht von Erwerbstätigen ist eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern Ende 2004 nachgegangen. Das Internationale Institut für empirische Sozialökonomie hat die Antworten veröffentlicht. Sie bieten einen repräsentativen Aufschluss über die gewünschte und tatsächliche Arbeitssituation in Deutschland.
"Gute Arbeit" ist für abhängig Beschäftigte mit einem festen, verlässlichen Einkommen, einem sicheren, unbefristeten Arbeitsplatz verbunden. Arbeit soll stolz machen, abwechslungsreich sein und als sinnvoll empfunden werden. Ganz wichtig ist, dass der Vorgesetzte die Mitarbeitenden in erster Linie als Menschen und nicht als bloße Arbeitskraft achtet, dass diese nicht in ein Leistungsrennen gejagt werden, sondern kollegial kooperieren. Ein ganzheitlicher Arbeits- und Gesundheitsschutz spielt eine ebenso große Rolle wie die Möglichkeit, Arbeitsmenge und Arbeitstempo zu beeinflussen und bei der Arbeitsplatzgestaltung ein Mitspracherecht zu haben. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen, dass sie ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Von ihren unmittelbaren Vorgesetzten erwarten sie, dass sie für eine gute Arbeitsplanung sorgen, bei der fachlichen undberuflichen Entwicklung helfen, Verständnis für individuelle Probleme aufbringen sowie anerkennende Worte finden und konstruktive Kritik üben.
