Studiengebühren als Alibi

Friedhelm Hengsbach SJ

Drei schwerwiegende Probleme belasten die Hochschulen in Deutschland: Erstens ist weder die räumliche noch die personelle Aufnahmefähigkeit der Hochschulen ausreichend, um der wachsenden Zahl junger Leute, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt  durch ein Studium verbessern möchten, einen qualifizierten Studienabschluss in überschaubarer Zeit zu gewährleisten. Der Anteil der Langzeitstudierenden und derer, die ihr Studium abbrechen, wird als untragbar empfunden. Zweitens verfügen die Hochschulen nicht über ausreichende öffentliche Finanzmittel, um diese Defizite der Ausstattung und des personalen Angebots zu schließen. Das langjährige Bekenntnis zum schlanken Staat als dem besten aller möglichen Staaten hat die öffentliche Finanznot und den selektiv wachsenden privaten Reichtum verursacht. Drittens ist die soziale Auslese an den deutschen Hochschulen auffällig: Derzeit kommen nur 18 Prozent der Arbeiterkinder an die Hochschulen, aber 63 Prozent der Beamtenkinder. Außerdem sind die durchschnittlichen Einschreibungsraten und die Absolventenquoten eines Altersjahrgangs im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich. 

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