Welchen Menschen braucht die Wirtschaft? - eine sozialethische Reflexion

Friedhelm Hengsbach SJ

In einem ersten Schritt soll gezeigt werden, dass die Wirtschaft keine Menschen braucht und dass sie über das doppelte "deutsche Schisma" hinausgewachsen ist. In einem zweiten Schritt wird vom Selbstverständnis der Unternehmen her beantwortet, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Unternehmen braucht.

These 1: Die Wirtschaft sollte überhaupt nicht Menschen brauchen.

Im Gegensatz zur Euphorie der "Neuen Wirtschaft", die mit dynamisch jungen Unternehmern, ergiebigen Kapitalmärkten und neuen Techniken die herkömmlichen ökonomischen Gesetze außer Kraft setzen und die Grenze zwischen Erwerbsarbeit und Leben aufheben wollte, ist der moderne Arbeitsvertrag (der Sklaverei und Leibeigenschaft abgelöst hat) dadurch gekennzeichnet, dass er nicht den Menschen zum Gegenstand hat, sondern das knappe Gut "Arbeit". Unternehmen fragen Arbeitskräfte nach, Arbeitsuchende bieten ihre Arbeitskraft an. Wieviel davon in welcher Form wo eingesetzt wird, entscheidet der Unternehmer. Deshalb ist zu fragen, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Unternehmen brauchen.

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