Strukturnebel

Friedhelm Hengsbach SJ

"Die wirtschaftliche Stagnation und die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland sind strukturbedingt."

Diese Behauptung gehört zum Standardbekenntnis zahlreicher Wirtschaftsexperten. Diese registrieren zwar auch den dramatischen Absturz des Welthandels und der Weltproduktion im Jahr 2001, nachdem die Spekulationsblase auf den Finanzmärkten geplatzt war. Sie stellen fest, wie sich die Weltwirtschaft in den USA und Japan und anderen europäischen Ländern wieder belebt hat - vom Konjunkturmotor der Vereinigten Staaten gestützt, den eine expansive Geldpolitik und eine konjunkturstützende Finanzpolitik antreiben. Und sie sehen den starken Aufschwung, der den deutschen Export auf Grund der weltwirtschaftlichen Verflechtung erfasst hat. Aber das Bekenntnis struktureller Arbeitslosigkeit in Deutschland scheint unangreifbar zu sein. Nur klingt es oft nebelhaft, selektiv, verstellt.

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