Mit Fäusten
Friedhelm Hengsbach SJ
"Das müssen wir austragen, mit Fäusten oder sonst wie." Dieser Satz wird Wolfgang Clement zugeschrieben, mit dem er auf den Konflikt zwischen der SPD-geführten Regierung und den Gewerkschaften über die Agenda 2010 und die "Zeitenwende auf dem Arbeitsmarkt" reagiert.
Die externe Ursache des Konflikts ist mit dem Ergänzungstarifvertrag im Siemens-Werk Bocholt sichtbar geworden. Bei den Konzernleitungen liegt jetzt die entscheidende Verhandlungs- und Definitionsmacht. In den 80er Jahren konnten die Gewerkschaften die Solidarität der abhängig Beschäftigten mobilisieren, um den Produktivitätszuwachs umzuverteilen. Derzeit bedienen sich die Konzerne der Betriebsräte, um am Tarifgegner vorbei die Arbeitszeiten zu regeln. Sie nutzen die Arbeitsmarktlage, die Schwäche des Tarifgegners und die Erpressbarkeit der Betriebsräte, spielen die Belegschaften gegeneinander aus und erzwingen einen drastischen Lohnverzicht.
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