Mannesmann Signale
Friedhelm Hengsbach SJ
Der Prozess gegen Führungskräfte der ehemaligen Mannesmann AG gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland, sagt Angela Merkel. Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank findet, dass nur hierzulande Menschen vor Gericht stünden, die Werte schaffen und Leistungen erbringen. Zum Glück sind das nicht die einzigen Signale, die vom Mannesmann-Prozess ausgesendet werden.
Die Öffentlichkeit ist empört über die strahlenden Siegerposen, mit denen Manager ihre Unsicherheit zu überspielen suchen, dass in den Chefetagen andere Umgangsformen herrschen, als sie im Gerichtssaal, einer Einrichtung des demokratischen Rechtsstaats üblich sind. Empört sind die Leute über die Höhe der Zahlungen, mit denen Vorstände und Aufsichtsräte sich aus der Wertschöpfung eines Unternehmens selbst bedienen und Abfindungen zuweisen. Sie empfinden den Abstand zum durchschnittlichen Entgelt der Beschäftigten als unfassbar. Das Verhalten einer Wirtschaftselite, die gleichzeitig den Gesetzgeber und die Regierung dazu treibt, den Kranken Zuzahlungen abzupressen, das Arbeitslosengeld abzusenken und Sozialleistungen zu kürzen, wird als raffgierig und stillos abgestempelt.
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