Das Gespenst der Globalisierung
Friedhelm Hengsbach SJ
In den Köpfen von Unternehmern und Politikern spukt ein Gespenst: die Globalisierung. Es diktiert die missionarischen Appelle in den Betriebsversammlungen und die Redetexte am Aschermittwoch. Es haftet für alles, was in Deutschland schief läauft: Die schwache Weltkonjunktur trübt das Geschaftsklima ein; die Masse der Niedriglohnländer erzwingt längere Arbeitszeiten, maßvolle Löhne und sinkende Sozialbeitrage. In der Standortkonkurrenz überlebt nur, wer die Konzerne von Steuern und Abgaben entlastet. Deutschland geräat zur Mondlandschaft, wenn kleine und mittlere Unternehmen merken, dass hierzulande die Löhne siebenmal so hoch sind wie in Polen und die Steuern doppelt so hoch wie in der Slowakei.
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