Chancengerecht
Friedhelm Hengsbach SJ
Führungskräfte der Parteien sowie prominente Katholiken im Auftrag der Bischöfe sind sich darin einig, dass der Gerechtigkeitsbegriff neu definiert werden müsse. Die Deutschen sollten sich von der Verteilungsgerechtigkeit verabschieden. Denn diese sei auf die Umverteilung materieller Güter und finanzieller Mittel fixiert. Sie überfordere den Sozialstaat, verfehle das Bedürfnis der Not Leidenden nach persönlicher Zuwendung und entmündige die Bürger, eigenverantwortlich zu handeln.
Den Platz der Verteilungsgerechtigkeit soll die Chancengerechtigkeit einnehmen. Alle sollen die gleiche Chance des Zugangs zu Bildungsgütern haben. Allen Arbeitsfähigen und Arbeitswilligen soll die Chance geboten werden, sich an der Erwerbsarbeit zu beteiligen. Wer seine Talente ausschöpft und sich durch besondere Anstrengungen auszeichnet, soll auch die Chance erhalten, höhere Einkommen zu erzielen.
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