Was kann sich die Kirche sparen?
Friedhelm Hengsbach SJ
In der Pfarrei St. Josef gibt es in diesem Jahr keine Christmette mehr. Die Gläubigen werden gebeten, den Gottesdienst in der Nachbarpfarrei St. Ursula zu feiern. Eine kleine Pfarrei in Oberbayern freut sich darauf, dass am 1. Weihnachtstag die renovierte Orgel wieder erklingt. Daraus wird jedoch nichts, denn die erwarteten Zuschüsse des Bistums sind gestrichen worden. Für die Erzieherin Anja Korte wird die Weihnachtsfeier im Kindergarten der St. Anna-Gemeinde ein trauriger Abschied. Der Pfarrer hat ihr gekündigt, die Stelle wird nicht wieder besetzt. Das katholische St. Elisabeth-Krankenhaus in einer Kreisstadt am Inn schließt am 1. Januar, weil ein wirtschaftlicher Betrieb bereits seit Monaten nicht mehr möglich ist.
Wenn in den Zeitungen über die Kirche berichtet wird, geschieht dies zunehmend im Wirtschaftsteil. Der Kirche brechen die Einnahmen aus der Kirchensteuer weg. Die Erwerbslosigkeit verharrt auf hohem Niveau und zusätzlich kehren etwa 100.000 katholische Christen jährlich der Kirche den Rücken. Die Sanierung von Kirchtürmen wird durch großflächige Parfümwerbung finanziert. Kirchengebäude werden zum Verkauf angeboten. Der Berliner Diözese droht gar die Zahlungsunfähigkeit. Deshalb sind in allen Bistümern drakonische Sparmaßnahmen eingeleitet worden.
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