Wolf-Gero Reichert

- Wolf-Gero Reichert
Diplom-Theologe, Volkswirt und Philosoph (M.A.),
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel: +49 (0)69 6061 642
Fax: +49 (0)69 6061 559
E-Mail: reichert(ät)sankt-georgen.de
Biographie
- geboren 1981 in Schwäbisch Gmünd
- 2001 Abitur am Parler-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd
- 2002-2008 Studium der katholischen Theologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- 2004-2008 Studium der Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Arbeitsschwerpunkte
- Ethik der Finanzmärkte
- Ethik des Pflegemarktes
- Wirtschaftsethik
- Gerechtigkeitstheorie/sozialethische Grundlagen
Veröffentlichungen
- Investitionen in Entwicklungsländern. Können CSR und SRI helfen, die Sozialpflichtigkeit des Eigentums durchzusetzen? mit Markus Demele in: Marktwirtschaft und Menschenrechte. Wirtschaftsethische Dimensionen und Herausforderungen, Hrsg. v. Olaf Schumann, Hille Haker und Martin Schröter, Tübingen (im Erscheinen 2011).
- Gerechtigkeit - ein Spiel mit handlungsfähigen Mitspielern? Wirtschaftsethik zwischen Hayek und Gewirth (2011). Frankfurter Arbeitspapiere zur sozialwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Forschung (Nr. 60), Oswald von Nell-Breuning-Institut, Frankfurt am Main
- Finanzwirtschaft im Dienst des Gemeinwohls. Was bedeutet Nachhaltigkeit aus sozialethischer Sicht für das Finanzsystem? Erschienen in: Stimmen der Zeit, Heft 4, Band 229, April 2011, S.239-249.
- Das Berufsethos des Investmentbanking und seine Bedeutung für die Finanzmarktregulierung (2010). Frankfurter Arbeitspapiere zur sozialwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Forschung (Nr. 58), Oswald von Nell-Breuning-Institut, Frankfurt am Main.
- Ethische Rationalität und Ökonomik: F.A. Hayeks methodologischer Individualismus und A. Gewirths "Community of Rights". In: Veith, Werner u.a. (Hg.): Anthropologie und christliche Sozialethik. Forum Sozialethik 8. Münster: Aschendorff (2010), S.132-147.
- Mit Geldanlagen die Welt verändern? Eine Orientierungshilfe zum ethikbezogenen Investment. Herausgegeben von der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der deutschen Bischofskonferenz (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sachverständigengruppe), Bonn 2010. Englische Übersetzung: Changing the world through investment? An aid to orientation on ethically-related investment.
- Das Ethos des Investmentbanking. Implikationen für eine prudentielle Regulierung. Erschienen in Ethik und Gesellschaft (2/2009: Nach dem Kollaps - (Finanz)Ethische Schlussfolgerungen aus der Krise).
- Gerechter Lohn in der Altenhilfe. Was ist unserer Gesellschaft die Betreuung und Pflege alter Menschen wert? Herausgegeben von dem Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V., Frankfurt 2009.
- Die Finanzmärkte politisch steuern! Zu den Ausführungen von Caritas in Veritate über die Finanzmarktkrise. Erschienen in Amos international (3/2009), S.40-42.
- Finanzwirtschaft - kein Selbstzweck. Die Finanzwirtschaft trifft vor allem die Schwellen- und Entwicklungsländer. Gemeinsam mit Bernhard Emunds. Erschienen in Herder Korrespondenz, Heft 5, Mai 2009, S.237-241.
- Cash statt Crash. Sozialethische Orientierungen in der Finanzkrise (2008). Erschienen in Querblick - Rundbrief der IKvu Nr. 19, S.4-10.
- Offshoring von Dienstleistungen. Trends, Ausmaße, Folgen (2006). Frankfurter Arbeitspapiere zur sozialwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Forschung (Nr. 45), Oswald von Nell-Breuning-Institut, Frankfurt am Main.
Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge
- Was heißt ehrliches Engagement im Fairen Handel? (11/2009). In: Welt & Handel. Ausgabe 11/2009, S.4-5.
- Die Stimme der Kirche im politischen Diskurs (2009). Gemeinsamer Beitrag mit Markus Demele, in: Jesuiten intern, Nr.1. (Litauische Übersetzung: "Baznyčios balsas politiniame diskurse")
- Ethikbezogenes Investment (6/2010). In: ksi-inform. Ausgabe 2/2010, S.3.
- Welche Wirtschaftsordnung dient dem Gemeinwohl? Oswald von Nell-Breuning: "Grundzüge der Börsenmoral" (17.10.2010). In: Katholisches Sonntagsblatt, Ausgabe 42/2010, S.38-39.
- Die Integrität einzelner Banker reicht nicht aus (10.11.2010). Gemeinsamer Gastbeitrag mit Markus Demele, in: Handelsblatt, Nr. 218, S.10.
- Moral hilft bei der Regulierung der Banken (30.11.2010). Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Nr. 279, S.20.
- Immer am Limit? Wirtschaft braucht Moral (13.03.2011). In: Katholisches Sonntagsblatt, Ausgabe 11/2011, S.10-12.
- Betreuung einer Reihe "Wirtschaft und Moral" im Katholischen Sonntagsblatt.
- Öffentliche Pleite - privater Reichtum? Wirtschaftsethische Anmerkungen. In: BDKJ magazin Fulda, 8. Jg., 2/2011, S.6-7.
- Der Papst korrigiert die ökonomische Vernunft (26.09.2011). Gemeinsamer Gastbeitrag mit Markus Demele, in: Handelsblatt, Nr. 186, S.11.
- Europa und die schwäbische Hausfrau. Wirtschaftsethische Anmerkungen zur globalen Finanzkrise (10/2011). In: frau und mutter. Zeitschrift der kfd, Ausgabe 11/2011, S.6-9.
- Genossenschaften fördern (11/2011). Gemeinsamer Gastbeitrag mit Markus Demele, in:Genossenschaftliche Allgemeine, Ausgabe 2/2011, S.2.
Promotionsprojekt
Arbeitstitel
Die Herausbildung sittlicher Ordnungen auf Finanzmärkten. Analyse und Schlussfolgerungen für die sozialethische Reflexion
Die Regulierungsbehörden und politisch Verantwortlichen stehen vor der dringlichen Frage, wie die internationale Finanzwirtschaft reguliert werden soll. Im öffentlichen Interesse an einem Finanzsystem, das seinen volkswirtschaftlichen Funktionen nachkommt und damit dem Geweinwohl dient, braucht es grundlegende Veränderungen in der "Architektur" des internationalen Finanzsystems. Angesichts des Scheiterns sowohl der Versuche, die Finanzwirtschaft von außen durch quantitative Schwellenwerte, als auch des Versuchs, von innen durch die Vorgabe qualitativer Mindeststandards für die institutsinternen Steuerungssysteme zu regulieren, gilt es, ein Regulierungsarrangement zu finden, das bei den Wert- und Ordnungsvorstellungen der Finanzpraktiker ansetzt.
Dazu sind zunächst sowohl empirische als auch theoretische Erkenntnisse darüber erforderlich, wie sich Ordnungen in der Finanzwirtschaft herausbilden. Hinter dieser These steht die Einsicht, dass ein sich so dynamisch entwickelnder Bereich der Privatwirtschaft wie die Finanzwirtschaft kaum gegen den Willen der regulierten Akteure auf den "Dienst" am Gemeinwohl ausgerichtet werden kann. Ziel des Forschungsprojektes ist es, einen Ordnungsbegriff zu entwickeln, der einerseits die sittlichen Regeln und Verhaltensmuster aufnimmt, welche faktisch das Verhalten und Geschäftsgebaren der Akteure des Finanzbereichs bestimmen, und andererseits zugleich Ansatzpunkte gibt für die politisch-ethische Rahmung und Steuerung dieses Bereichs. Die Hauptthese des Projektes ist: Eine sozialethisch begründete und zugleich wirksame Steuerung eines wirtschaftlichen Teilsystems ist nicht möglich ohne einen deskriptiven, für normative Reflexionen anschlussfähigen Ordnungsbegriff, welcher die bereichsinterne Sittlichkeit mit den im demokratischen Diskurs ermittelten gesellschaftsethischen Zielvorstellungen vermittelt. Angesichts der fundamentalen Auseinandersetzungen in der (Sozial)Ethik um die Frage, in welchem Verhältnis Begründung und Anwendung stehen, sind auch Schlussfolgerungen für die Theorie anwendungsbezogener Ethik zu erwarten.
Die Arbeit wird von Prof. Dr. Bernhard Emunds betreut.
Vorträge
- Die Rückkehr des Positivismus in die Ökonomie und wie Ökonomen dadurch (unbewusst) bestimmte gesellschaftliche Interessen befördern. Vortrag vom 19. November 2011 in Frankfurt, Goethe-Universität. Konferenz "Die Dynamik normativer Ordnungen" des Exzellenzclusters Normative Orders.
- Gerechtigkeit - ein Spiel mit handlungsfähigen Mitspielern? Wirtschaftsethik zwischen Hayek und Gewirth. Vortrag vom 15. März 2011 in Arnoldshain. Zehnter Workshop Ethik "Was eigentlich ist Gerechtigkeit?"
- Das Berufsethos der Finanzpraktiker. Ansatzpunkt für eine sinnvolle Ergänzung der Finanzmarktregulierung? Vortrag vom 03. März 2011 in der Bundesbank Haupverwaltung Frankfurt.
- Finanzwirtschaft im Dienst des Gemeinwohls. Was bedeutet Nachhaltigkeit für das Finanzsystem? Vortrag vom 18. November 2010 in Rostock auf der interdisziplinären Fachtagung "Finanzsystem und Nachhaltigkeit" des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie sowie dem Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Rostock.
- Gerechter Lohn in der Altenpflege. Was ist unserer Gesellschaft die Pflege alter Menschen wert? Vortrag vom 18. Mai 2010 im bayrischen Landtag, München. Fachgespräch "Gerechter Lohn in der Altenpflege" des Arbeitskreises "Zukunft der sozialen Dienste".
- Investitionen in Entwicklungsländer - CSR und SRI als Wegbereiter der Durchsetzung einer Sozialpflichtigkeit des Eigentums? Vortrag vom 13. März 2010 in Bad Homburg, gemeinsam mit Markus Demele, auf der interdisziplinären Fachtagung "Marktwirtschaft und Menschenrechte" der Arbeitsstelle Wirtschaftsethik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt.
- Eine konduktive Sozialethik? Die Bedeutung praktischer Expertise für die politische Steuerung ökonomischer Systeme. Vortrag vom 02. März 2010 in Arnoldshain. Neunter Workshop Ethik "Moralische Klugheit zwischen Prinzipien, Intuition und spezifischer Expertise. Was heißt es, Ethik anzuwenden?"
- Arbeitsbedingungen im Investmentbanking. Eine sozialethische Reflexion. Vortrag vom 23. Februar 2010 in Berlin. Werkstattgespräch der AG Christliche Sozialethik "Wirtschaftsethik: Finanzkrise."
- Paradigm Lost: Wie die Finanzkrise nicht nur die Finanzwirtschaft in Frage stellt und was das Bilderverbot damit zu tun hat. Vortrag vom 07. November 2009 in Saarbrücken. Jahrestagung des Deutschen Korrdinierungsrates der Gesellschaften Christlich-Jüdischer Zusammenarbeit "Verlorene Maßstäbe."
- Das Ethos des Investmentbanking und seine Implikationen für eine Strategie prudentieller Regulierung. Vortrag vom 24. Oktober 2009 in Frankfurt. Konferenz "Die normativen (und ordnungspolitischen) Implikationen der Finanzmarktkrise" des Exzellenzclusters Normative Orders.
- Würdige Arbeit und diakonische Kompetenz - Für eine gerechte Entlohnung in der Altenhilfe. Vortrag vom 26. Mai 2009 in Dresden. VKAD-Bundestagung "Mehr_wert im Wettbewerb. Katholische Altenhilfe - Flexibel im Angebot - stabil in den Werten."
- Flexicurity - Zauberwort mit Schlagseite. Vortrag vom 24. April 2009 in Nals/Südtirol. Europäisches Seminar "Soziale Ungleichheit: Prekäre Arbeit und Working Poor." der KAB Deutschland, KAB Österreich, KAB Schweiz und KVW Südtirol.
- Die Krise der globalen Finanzwirtschaft. Ursachen und sozialethische Orientierungen. Vortrag am 14. Februar 2009 bei dem Seminar "Die Folgen der Finanzkrise" der Bewegung Christ und Arbeit , der EZA - der Europäischen Zentrale für Arbeitnehmerfragen - unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission im Bildungsinstitut SČKCH/Prag. (Tschechische Übersetzung: Sociálně etická orientace ve finanční krizi.)
- Leben und Arbeiten in Europa. Reguläre Arbeit im Kreuzfeuer von Wallstreet und Lissabon. Vortrag am 25. November 2008 auf dem Herbstseminar der KAB Speyer in Ludwigshafen.
- Ethisches Investment - eine ökonomische Einordnung in den Horizont der Finanzkrise. Vortrag am 11. Oktober 2008 bei der Tagung "Geld ist nicht neutral" der KAB Bamberg in Nürnberg.
Aktuelles
02.02.12
Recht und Moral - eine produktive Spannung
23.01.12
Call for Papers zum Forum Sozialethik 2012
16.01.12
Hildesheim: Friedhelm Hengsbach SJ spricht über Gerechtigkeit
09.01.12
Vortrag von Friedhelm Hengsbach zur INBAS Fachtagung in Offenbach online
09.01.12
Suttgarter Zeitung: Solidarität in Europa
