Wolf-Gero Reichert

Wolf-Gero Reichert

Diplom-Theologe, Volkswirt und Philosoph (M.A.),
wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel:      +49 (0)69 6061 642

Fax:     +49 (0)69 6061 559

E-Mail: reichert(ät)sankt-georgen.de

 

Biographie

  • geboren 1981 in Schwäbisch Gmünd
  • 2001 Abitur am Parler-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd
  • 2002-2008 Studium der katholischen Theologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
  • 2004-2008 Studium der Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Arbeitsschwerpunkte

  • Ethik der Finanzmärkte
  • Ethik des Pflegemarktes
  • Wirtschaftsethik
  • Gerechtigkeitstheorie/sozialethische Grundlagen 

Veröffentlichungen

Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge

Promotionsprojekt

Arbeitstitel

Die Herausbildung sittlicher Ordnungen auf Finanzmärkten. Analyse und Schlussfolgerungen für die sozialethische Reflexion

Die Regulierungsbehörden und politisch Verantwortlichen stehen vor der dringlichen Frage, wie die internationale Finanzwirtschaft reguliert werden soll. Im öffentlichen Interesse an einem Finanzsystem, das seinen volkswirtschaftlichen Funktionen nachkommt und damit dem Geweinwohl dient, braucht es grundlegende Veränderungen in der "Architektur" des internationalen Finanzsystems. Angesichts des Scheiterns sowohl der Versuche, die Finanzwirtschaft von außen durch quantitative Schwellenwerte, als auch des Versuchs, von innen durch die Vorgabe qualitativer Mindeststandards für die institutsinternen Steuerungssysteme zu regulieren, gilt es, ein Regulierungsarrangement zu finden, das bei den Wert- und Ordnungsvorstellungen der Finanzpraktiker ansetzt.

Dazu sind zunächst sowohl empirische als auch theoretische Erkenntnisse darüber erforderlich, wie sich Ordnungen in der Finanzwirtschaft herausbilden. Hinter dieser These steht die Einsicht, dass ein sich so dynamisch entwickelnder Bereich der Privatwirtschaft wie die Finanzwirtschaft kaum gegen den Willen der regulierten Akteure auf den "Dienst" am Gemeinwohl ausgerichtet werden kann. Ziel des Forschungsprojektes ist es, einen Ordnungsbegriff zu entwickeln, der einerseits die sittlichen Regeln und Verhaltensmuster aufnimmt, welche faktisch das Verhalten und Geschäftsgebaren der Akteure des Finanzbereichs bestimmen, und andererseits zugleich Ansatzpunkte gibt für die politisch-ethische Rahmung und Steuerung dieses Bereichs. Die Hauptthese des Projektes ist: Eine sozialethisch begründete und zugleich wirksame Steuerung eines wirtschaftlichen Teilsystems ist nicht möglich ohne einen deskriptiven, für normative Reflexionen anschlussfähigen Ordnungsbegriff, welcher die bereichsinterne Sittlichkeit mit den im demokratischen Diskurs ermittelten gesellschaftsethischen Zielvorstellungen vermittelt. Angesichts der fundamentalen Auseinandersetzungen in der (Sozial)Ethik um die Frage, in welchem Verhältnis Begründung und Anwendung stehen, sind auch Schlussfolgerungen für die Theorie anwendungsbezogener Ethik zu erwarten.

Die Arbeit wird von Prof. Dr. Bernhard Emunds betreut.

Vorträge