P. Karl Josef Becker wird Kardinal
Zu den 22 Kardinälen, die Papst Benedikt XVI. am 18. Februar kreieren wird, gehört auch der deutsche Jesuit Pater Karl Josef Becker, der in Sankt Georgen zwischen 1955 und 1959 Theologie studierte und von 1964 an, dem Jahr seiner theologischen Promotion, im Fach Dogmatik lehrte.
Pater Becker wurde 1928 in Köln geboren und trat 1948 in den Jesuitenorden ein. Vorher hatte er bereits drei Semester Altphilologie an der Universität zu Köln studiert. Nach dem Noviziat folgte die ordensübliche Ausbildung, die ihn zum Studium der Philosophie nach Pullach bei München und zum Studium der Theologie nach Frankfurt am Main (Sankt Georgen) führte. Am 31. Juli 1958 empfing Pater Becker die Priesterweihe. 1964 wurde er mit der Arbeit "Die Rechtfertigungslehre nach Domingo de Soto. Das Denken eines Konzilsteilnehmers vor, in und nach Trient" zum Dr. theol. promoviert und lehrte daraufhin Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen. 1969 wurde er von Sankt Georgen aus an die Päpstliche Universität Gregoriana in Rom berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 als Professor für Dogmatik tätig war. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre lagen auf den Gebieten der Sakramtenten- und Gnadenlehre. Er gilt als Experte für das Zweite Vatikanische Konzil, insbesondere für dessen Aussagen zur Religionsfreiheit und Ökumene. Papst Paul VI. berief ihn 1977 zum Konsultor für der Kongregation für die Glaubenslehre, in der er seit 1982 mit dem damaligen Präfekten Joseph Kardinal Ratzinger zusammenarbeitete. Der von Papst Benedikt XVI. sehr geschätzte Pater Becker war an der Vorbereitung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre von katholischer Kirche und Lutherischem Weltbund beteiligt und nahm seit 2009 an den Gesprächen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Pius-Bruderschaft teil.
