Letzte Aktualisierung: 17. Mai 1999, MS
 

Theater sollte es in Sankt Georgen wieder geben... 

So verrieten zumindest die Aushänge, die im letzten Herbst nach Schauspielerinnen und Schauspielern suchten.
Zur ersten Leseprobe fand sich nur ein versprengtes Häuflein, dem es auch sogleich angst und bange wurde; gegeben werden sollte Hugo von Hoffmansthals JEDERMANN, jener Klassiker, der jedes Jahr in Salzburg vor dem Dom gespielt wird.
Ein Stück mit knapp 25 Rollen - unmöglich es mit zwölf Leuten aufzuführen, so motiviert sie auch sein mögen.
Das „versprengte Häuflein“ streckte dennoch nicht die Waffen, und so konnte es durch intensive Suche und gezieltes Ansprechen von Kommilitonen geschehen, daß die Theatergruppe zwei Wochen später auf über 20 Darstellerinnen und Darsteller angewachsen war. Regisseurin Gundel-Maria Busse und Regie-Assistent Boris Zimmermann schien ein Stein vom Herzen zu fallen: endlich konnte die Arbeit beginnen.

Zu den spannendsten Augenblicken am Anfang einer Inszenierung gehörte auch dieses  Mal die Besetzung der einzelnen Rollen. Bei der - nunmehr zweiten - Leseprobe lasen fast jeder und jede ein paar Zeilen aus jeder Rolle. Anschließend entschied die Regie zusammen mit der Theatergruppe allein anhand von Sprache und Stimme, wer welche Rolle bekommen sollte.
 
Szenenbilder
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Backstage
Teil 1
Teil 2
Teil 3
 
 

Sicherlich schien auch hier Gundel-Maria Busses Konzept des Sprechdenkens durch. „Allein die Art zu Sprechen muß tragen“, war im Programmheft von Maria Stuart - der vorangegangenen Inszenierung - zu lesen gewesen. Diesem Konzept, das von Stimme und Sprache, statt von Bewegung und Darstellung ausgeht, blieb sie auch dieses Mal treu - mit großem Erfolg.
 
Als das Stück während der Proben zu wachsen begann und allmählich Gestalt annahm, wurde bald klar, daß jede einzelne Rolle - sei sie auch noch so klein - ideal besetzt war, zumindest so, daß man es sich nicht mehr anders vorstellen konnte. Zum reinen Text kam die Bewegung und die Schauspieler und Schauspielerinnen formten ihre Rollen aus; in das Stück kam Leben.
Die Aufführungen am 05./06./07. Februar 1999 kamen bald und waren ein großer Erfolg.
Wir können auch normal sein ...
Die ganze Crew
 

Erstellt von:
Sandra Blum, Elaine Rudolphi, Markus Steinberger
Fotos (c): Katja Girst
 
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