PHILOSOPHISCH -THEOLOGISCHE HOCHSCHULE SANKT GEORGEN FRANKFURT AM MAIN |
Die Aufführungen fanden statt:Do, 24. Januar 2002 20.00 UhrFr, 25. Januar 2002 20.00 UhrSa, 26. Januar 2002 20.00 UhrSo, 27 Januar 2002 20.00 Uhr
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ÜBER DAS STÜCK UND SEINEN AUTOR
Sir Winston Churchill stiftete ihn auch noch zum Malen an. Dabei konnte er ohnehin schon alles: Er jongliert(e) mit Witz und Ironie, Hintersinn und Satire, schrieb, inszenierte, spielte und vertonte, ja sang sogar seine Stücke selbst. Vielleicht ist er am ehesten mit seinem kongenialen deutschen Kollegen Curt Goetz vergleichbar: Noël Coward, seines Zeichens Brite vom Scheitel bis zur Sohle.Längst gehört er zu den Klassikern der Komödienliteratur und steht in der Tradition der „comedy of manners“, der Gesellschafts- und Sittenkomödie.
1899 in Teddington geboren, starb der drei Jahre vor seinem Tod von der Queen Geadelte 1973 auf Jamaika. Neben „Kavalkade“, „Geisterkomödie“ und „Duett im Zwielicht“ ist „Weekend“ wohl in den vergangenen Jahrzehnten bis heute am meisten gespielt worden. Cowards Lust zu schockieren, seine Freude an der Doppelbödigkeit, sein desillusionierendes Hinterfragen menschlicher Verhaltensweisen, vor allem untereinander, diese Mischung löst beim Zuschauer die unterschiedlichsten Empfindungen aus. So ist Lachen bei Coward ebenso gesund wie das Gegenteil. Wem danach nämlich nicht zumute ist, wer sich peinlich-verlegen über die verflixt stimmigen Wahrheiten am liebsten in ein Mauseloch verkröche, liegt genauso richtig.
In „Weekend“ geben sich „alle die Stichworte für große Szenen“. Im Grunde geschieht nichts als das. An einem einzigen Wochenende. Acht Personen, allesamt völlig überzeichnet, dennoch aber lebensecht, durch die Bank skurrile Typen, spielen sich für ein paar Stunden die Bälle zu. Die Wirkung ist amüsant und beklemmend zugleich.
Der ebenso schlitzohrige wie hoch moralische Engländer zieht uns die Maske vom Gesicht. Fast genüsslich. Aber: Ein Narr, sagt der Franzose in seiner Sprache besser, der sich Böses dabei denkt ...Wir wünschen guten Appetit und – vielleicht auch das eine oder andere Aha-Erlebnis!
Gundel-Maria Busse
Kein Publikum der Welt wird aus irgendeinem anderen Grund dauernd in ein Stück laufen als aus dem, dass irgendetwas dran ist, was gefällt.Noël Coward
„Weekend“ – (k)ein ruhiges Wochenende in Sankt Georgen
Ruhig ging es sicher nicht zu am letzten Januar-Wochenende in Sankt Georgen. Neben der Thomas-Akademie fanden nämlich auch noch die alljährlichen Theateraufführungen unter der bewährten Regie von Gundel-Maria Busse statt. In diesem Jahr gab es deren sogar vier – und die Besucherzahlen sprachen für sich – mit vollem Erfolg. Die Premiere am Donnerstag und auch die Aufführungen an den darauffolgenden drei Abenden waren gut besucht. Das war nach der Werbung durch ein aufsehenerregendes Plakat und den großen Vorberichten mit mehrspaltigen Bildern in den Frankfurter Tageszeitungen (FAZ, FNP, FR) auch kein Wunder.Ruhig ging es auch auf der Bühne nicht zu. Die hochmotivierten Schauspieler brachten ein Stück auf die Bühne, das den Zuschauer an vielen Stellen zum herzhaften Lachen reizte, manchmal aber auch „nur“ reizte, dass ihm das Lachen im Halse stecken blieb. Gesellschaftskritik á la Coward mit hintergründigem, englischem Charme, das brachte das „Weekend“ zum Ausdruck. Alle Schauspieler übertrafen sich dabei selbst und zeigten uns völlig überzeichnete Typen, die eine „schrecklich nette Familie“ mit „liebenswürdigen“ Besuchern darstellten. „Wir alle geben nur die Stichworte für große Szenen.“ „Wir alle meinen nicht, was wir sagen.“ – so und ähnlich klangen die Sätze, die erahnen ließen, dass dort auf der Bühne nur gespielt wurde: Mit dem und für das Publikum, mit dem „Besuch“, mit der „Familie“ ...
Spielt sie da jetzt eine Rolle oder sich selbst? – so könnte man oft fragen, wenn man das Stück sah, verschanzt sich da jemand hinter einer Maske oder meint er/sie es ehrlich? Dies war eine der ernsten Botschaften, die auf sehr amüsante Weise und mit viel Humor gewürzt, dem geneigten Zuschauer präsentiert wurden. Und „unser“ Publikum ging mit, es konnte herzhaft lachen, erstaunt erschrecken und immer wieder amüsiert lächeln über das, was es auf der Bühne geboten bekam.
Ruhig ging es aber auch vor und hinter der Bühne nicht zu. Denn damit es auf der Bühne so richtig losgehen konnte, bedurfte es vieler fleißiger Hände im Hintergrund. Und die hatten wir – Gott sei Dank! Von der Requisite bis zum Maskenbildner, vom Techniker bis zur Souffleuse waren viele „gute Geister“ am Werk, um dem „Weekend“ auf die Beine – eh: auf die Bühne zu verhelfen.
So bleibt uns, allen zu danken, die dieses „Weekend“ möglich gemacht haben:
Dem Freundeskreis für den Griff in seine Schatulle; dem Haus und allen seinen Verantwortlichen, die uns vieles ermöglicht haben; allen anderen, die uns mit Rat und Tat geholfen haben; natürlich allen auf, vor und hinter der Bühne, die ganz, ganz Großartiges geleistet haben und – nicht zuletzt: dem Publikum, das sich dieses „Weekend“ gegönnt hat.Für die Theatergruppe – Christoph Konjer (Regieassistent)
WIR DANKEN HERZLICH:
Die Bilder an der Bühnenrückwand sind Arbeiten des Stuttgarter Malers Gerhard Horner. Sie wurden uns dankenswerter Weise von der Frankfurter Galerie Gierig zur Verfügung gestellt. Der Künstler hat vom 09.09. – 08.11.2002 in den Räumen der Deutschen Bundesbank eine Einzel-Ausstellung.
- Allen Verantwortlichen des Hauses für Wohlwollen und Verständnis
- Dem Freundeskreis Sankt Georgen für das großzügige Öffnen seiner „Schatulle“
- Frau Edith Diede für allen Rat der Welt
- Herrn Dziadzia und seinem Team für Speis’ und Trank
- Sowie allen guten Geistern im Hintergrund
- Und – dem verehrten Publikum für eine S P E N D E !