Letzte Aktualisierung: 14. Mai 2001, PK
 

PHILOSOPHISCH -THEOLOGISCHE HOCHSCHULE SANKT GEORGEN FRANKFURT AM MAIN

 
Theater 2001

Aufführungen am 26., 27.,28. Januar jeweils 20.00 Uhr

Nora (ein Puppenheim)


SCHAUSPIEL IN DREI AKTEN
VON
HENRIK IBSEN
(1828-1906)
 

Aus dem Norwegischen übertragen von Richard Linder
 
 
 


 
 

DRAMATIS PERSONAE


Advokat Helmer 
Nora, seine Frau
Doktor Rank
Frau Linde
Rechtsanwalt Krogstad
Helene, Hausmädchen bei Helmers
Markus Riedel
Melanie Kuhmichel
Matthias Leukel
Annekatrin Warnke
Rüdiger Guckelsberger
Martina Schuster

Regie & Dramaturgie: Gundel-Maria Busse


Organisation & Bühnenaufbau
 
 

Künstlerische Gestaltung der Bühnenwand
Bühnenbild 
Plakatentwurf 
Farbdruck
Souffleure

Maske, Frisuren
Inspizient, Fotos
Requisite 
Beleuchtung

Video 

Christoph Konjer
Frank Kribber
Michael Pauly
Andreas Sistig
Dejan Pantic
Gundel-Maria Busse
Thomas Hutsch
Druckreif GmbH
Kirsten Dominik Brast
Marcus Surges
Thomas Vogel
]an Patrick Roth
David Hüser
Christoph Konjer
Jürgen Pelzer
Daniel Dere

 


Die gesamte Gruppe der Mitwirkenden
 
 


So wird das Theaterstück vorbereitet






 
 

N U R  EIN  "STÜCK"?


"Nora", das Schauspiel von Henrik Ibsen, einem der großen Naturalisten der Weltliteratur, wurde am 21. Dezember 1879 in Kopenhagen uraufgeführt und am 3. März 1880 als deutsche Erstaufführung im Münchner Residenztheater gespielt.

Zum Inhalt: Die Ehefrau des egoistischen Karrieristen Torvald Helmer, seine "Puppe", sein "Singvögelchen", diese "Nora" also, ausgestattet mit den alltäglichen Schwächen, die Menschen haben, erhebt sich, wächst über sich selbst hinaus und zerstört das "Puppenheim". Zuvor hat ihr Helmer in eitler Selbstbespiegelung jede moralische Reife abgesprochen.

Mit den Mitteln des Naturalismus, ausgereizt bis hin zum Requisit, steht alles, was gesagt und getan wird, in unmittelbarer Beziehung zueinander und gipfelt in einem schonungslos ehrlichen Dialog zwischen dei Ehepartnern.

Es geht um Lüge und Unrecht, Fehler und Schwächen, Freiheit und Wahrheit. Sie alle sind Teil des Lebens. Und sie sind Teil von Ibsens meisterhafter, naturalistischer Dramatik.

Dabei geht es nicht nur um jene Dinge, die wir sehen, sondern in nahezu gleicher Gewichtung um das, was wir hören. Und spätestens dann, wenn der Prozess der Identifikation einsetzt, wenn das Einstehen für den anderen nicht "Wunder" bleibt, sondern
Wirklichkeit wird, ganz gleich unter welchen Umständen, ist die Absicht eines Henrik Ibsen und / oder Gerhart Hauptmann erreicht: Ihr "Spiegel" macht betroffen.

Übrigens hat Ibsen eine ihm abgenötigte Änderung, nach der Nora um der Kinder willen bleibt und auf ihre Selbstfindung verzichtet, nie akzeptiert, "weil die Wirkung des Stücks durch diesen Schluß nur abgeschwächt wird." Im Original lässt er ja auch schon eine
gewisse Hoffnung: "Wir müßten uns beide so ändern, daß ein Zusammenleben zwischen uns eine Ehe werden könnte", sagt Nora. Sie verspricht nichts. Sie braucht Zeit, um zu sich selbst zu finden.

Sie ist ein Mensch. Sie hat ein Recht darauf. Wie wir alle. Das darf uns zum Nachdenken bringen. Noch dazu in einer Zeit, die für derlei nicht allzu viel Raum lässt. Wir Menschen sind so geschaffen, dass wir auch "Pflichten gegen uns selbst" haben (sollten). Und "volle
Freiheit gegeneinander". Dann muss Ethik kein Fremdwort sein ...

Möge "Nora" ein wenig zu dieser Erkenntnis beitragen. 


Gundel-Maria Busse

 
 


Idylle nach dem Weihnachtseinkauf
 
 


Nora



Nora und Torvald
 
 


Rechtsanwalt Krogstad als Erpresser
 
 


Doktor Rank, "Freund des Hauses"
 
 


Helene und Nora
 
 


Torvald der Selbstgerechte
 
 


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