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Nikolausfeier 1999 |
Nicht "Talk im Turm", sondern "Dialog mit Giese" wurde im Rahmenprogramm der diesjährigen Nikolausfeier geboten. Talkmaster Marc-Stephan Giese, recht mittig zwischen Hans Meiser und Verona Feldbusch einzuordnen, navigierte mit Esprit und Elan seine Talkrunde (Stefan Mellentin, Philipp Spang, Sr. Clemens-Maria Streubel NDS und Michael Schönberger) durch die komplizierte und teils kontrovers geführte Debatte über das Thema Kirche. Wie bei einem guten öffentlich-rechtlichen Sender üblich, wurden an neuralgischen Punkten Showblöcke - statt der heute im Bereich der Privatsender üblichen Werbeblöcke - zwischengeschaltet.
Die Glosse über die neue Sankt Georgener Telefonanlage erfreute nicht nur das Herz der Verwaltung, auch die Professorenschaft und die Studierenden - kurz: ganz Sankt Georgen - lagen lachend unter dem Tisch. Auch Frank Sinatra im Himmel (Alexius Puls mit Georg Bergner) mit seinem Gesang "Saint George" (auf die Melodie von "New York, New York") war dem Publikum viel Applaus wert. Besondere Freude rief die Vorlesung von Pater Schatz hervor. Die Parodie Stefan Mellentins war derartig gelungen, dass selbst Klaus Schatz SJ überzeugt war.
Doch dann wurde es dunkel im Saal und mit dem üblichen Gesang "Laßt uns froh und munter sein" zog der Nikolaus ein. Wirklich? Der als der heilige Mann gewähnte im Bischofgewand wurde von einem echten Limburger Seminaristen (erkennbar am zusammengerollten "Sonntag" in der Gesäßtasche) recht bald als Plagiat entlarvt und musste unter Schmährufen die Bühne verlassen. So viel zum Thema Missbrauch von Ämtern in der katholischen Kirche. Doch der rechte Nikolaus - oder sagen wir besser: P. Böhler - kam schließlich doch noch und mit ihm der Höhepunkt des alljährlichen Nikolausabends: die guten Gaben und teils mahnenden Worte an die Offiziellen des Hauses und der Hochschule. Auch hier galt wie immer die Devise: schlimm genug, wenn man gerügt wird, noch schlimmer, wenn man nicht erwähnt wird.
Die Show beendete eine kleine Verlosung für einen guten Zweck - die Anleihe beim "Großen Preis" war nicht zu übersehen, wenn auch Wim Thoelke mit Frank Speth und Stéphanie Kasel zu keiner Zeit konkurrieren kann. Sieben Eiskratzer jeweils anders darzustellen und werbend zu umschreiben, erfordert schon Sankt Georgener Chuzpe. Der Nikolausabend 1999 war eine runde und gelungene Sache, wie die sich spontan daran anschließende Party bestätigte. Es war wie bei einer Bruckner'schen Sinfonie - Anfang und Ende lagen im Dunklen.
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